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Celle Stadt Wut über steigende Spritpreise
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wut über steigende Spritpreise
12:56 21.02.2012
Benzinpreise der Tankstellen in Celle, ÷velgˆnne und Hamb¸hren steigen und fallen im Gleichtakt. Hier die Aral-Tankstelle Wietzenbruch am Montag, 15.55 Uhr Quelle: Gert Neumann
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CELLE. „Ich bin seit Wochen überzeugt und gehe jede Wette ein, dass zu Ostern die 1,70-Euro-Grenze für den Liter Superbenzin erreicht ist“. Uwe Lauers weiß, wovon er spricht. Täglich ist der Hambührener mit dem Auto unterwegs. „Heute Morgen kostete bei allen drei Tankstellen in Hambühren Superbenzin 168,9 Cent. So etwas geht doch nur über Preisabsprache. Wenn nicht langsam etwas geschieht, dreht sich die Preisspirale immer schneller. Das ist Abzocke und Absprache der Konzerne."

Drei Tankstellen gibt es in Hambühren. Alle liegen an der B214. Exakt 151,9 Cent kostete Montagnachmittag bei „Star“, „TC“ und „Classic“ der Liter Diesel, 163,9 Cent der Liter Superbenzin.

Auch das Tankstellenpersonal wird von der geringen Halbwertzeit der Preise immer wieder überrascht. „An manchen Tagen haben wir drei bis vier Preissprünge“, räumt ein Mitarbeiter ein. Nach 17 Uhr fielen Montag die Preise für Dieselkraftstoff - gängige Praxis der Ölkonzerne: Montag ist der Tiefpreistag nach dem teurem Wochenende. Doch die Fallhöhe hält sich in Grenzen. Während um 17.30 Uhr die Celler „Star“- und „Jet“-Tankstelle beim E10- und Super-Benzin auf Hambühren-Niveau verharrte, fiel der Preis für Diesel um einen Cent bei „Star“ auf 150,9 Cent und an der „Jet“-Tankstelle um zwei Cent auf 149,9 Cent. Zum Vergleich: Silvester war der Liter Diesel an Classic-Tankstellen im Landkreis am teuren "Tank-Samstag" vor der Jahreswende um elf Cent billiger. Eine 50-Liter-Tankfüllung kostet heute in Celle über fünf Euro mehr als vor 51 Tagen.

Wann er als Insider den Tank seines PKW füllt? „Ich darf keine Auskunft geben", antwortet ein Tankstellenmitarbeiter. "Doch so viel: Preise laufen automatisch ein. Ich tanke nie nach 23 Uhr. Um diese Zeit erhalten wir die Nachtpreise. Preise, die erst morgens wieder abgemildert werden."

Exakt für 50,06 Euro tankt ein Arbeiter an der „Jet“-Tankstelle 30,54 Liter Diesel - und schimpft wie ein Rohrspatz: „Die an der Tankstelle können ja nichts dafür. Aber in den Konzernen sitzen Gauner. Wir können nichts dagegen tun, weil uns die Regierung im Stich lässt“. Auch Friedel Büker aus Winsen ist „sauer“ über die undurchsichtige Preispolitik der Mineralölfirmen. „Ich habe das Gefühl, da spielt einer an der Tastatur seines PC und alle anderen hängen sich hinten dran. Ich habe keine Erklärung für die ständigen Preisschübe - außer, dass sie reine Willkür sind." Pächter Thomas Hoppstedt von der „Star“-Tankstelle Ovelgönne: „Ich verdiene nicht an den Preiserhöhungen. Auskünfte darf ich nicht geben. Ich nehme es, wie es kommt“.

„Nehmen“, das tut vor allem „Aral“. Während alle anderen Ölfirmen die Preise für E10, Super und Super Plus schon gesenkt hatten, lag „Aral“ in Wietzenbruch und an der B3 noch immer drei Cent darüber.

Von Gert Neumann