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Celle Stadt "Y-Trasse ist mit uns Cellern nicht zu machen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Y-Trasse ist mit uns Cellern nicht zu machen"
17:48 13.11.2014
Von Michael Ende
Die rote Linie durchschneidet Celle: Der Protest gegen diese Neubau-Pläne der Bahn wird in Stadt und Landkreis immer lauter. Quelle: CZ
Celle Stadt

Seit Mitte des Jahres bewege ihn die Diskussion über die so genannte Y-Bahntrasse zwischen Hannover und den Seehäfen "sehr intensiv", sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Jetzt haut er auf den Tisch, denn Celle könnte durch eine mögliche Ausbau-Variante massiv betroffen sein. Bisher kenne er "nur viele Striche auf der Landkarte", ärgert sich der OB über die "rudimentäre" Kommunikationspolitik der Bahn. Einer dieser Striche verläuft quer durch das Celler Stadtgebiet. Für Mende ein Ding der Unmöglichkeit: "Einfach mal eben zwischen Scheuen und Groß Hehlen eine neue Bahnlinie bauen? Das ist mit der Stadt Celle nicht zu machen."

In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube erteilt Mende dieser Variante eine klare Absage: "Eine Realisierung des sogenannten Schienengüterverkehrs-Y hätte gravierende Auswirkungen auf Celle. Neben erheblichen städtischen Kostenbeteiligungen nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz sind die Eingriffe in Natur und Landschaft insbesondere in Scheuen und Hustedt sowie die Immissionsbelastungen nicht akzeptabel. Diese Variante ist deshalb aus Sicht der Stadt Celle auszuschließen."

Auch die anderen zur Diskussion stehenden Varianten hätten Auswirkungen auf Celle, betont Mende. Zu nennen seien hier insbesondere die erheblichen baulichen Eingriffe bei einem Ausbau der Bestandsstrecken in Verbindung mit Kostenbeteiligungen der Stadt Celle als "Kreuzungsbeteiligte". Was die Stadt genau zahlen müsse, stehe wie die konkreten Bahn-Planungen noch in den Sternen - klar sei, dass es laut und teuer werden würde: "Bei nahezu allen Varianten gibt es hohe Betroffenheiten durch Schienenlärm. Hierzu sind aus meiner Sicht konkrete Untersuchungen vor Festlegung einer Vorzugsvariante durchzuführen. Dieses gilt sinngemäß auch für die Finanzierung. Für die betroffenen Kommunen ist die voraussichtliche Höhe einer Kostenbeteiligung ein entscheidendes Kriterium um sich für oder gegen eine Variante auszusprechen."

Mende fürchtet, dass Celle bei allen Varianten noch mehr als bisher schon vom Verkehr abgekoppelt werden könnte: "Es darf nicht zu Einschränkungen beim Personennah- und Fernverkehr in Quantität und Qualität kommen. Insbesondere der ICE-Haltepunkt muss im vorhandenen Umfang erhalten bleiben."

Der Bahn wirft der OB vor, ein taktisches Spiel mit den Ängsten der Menschen zu betreiben: "Man streut eine Vielzahl von Varianten aus und sät so an allen Ecken und Kanten Widerstand. Der Vorschlag für Celle ist nur eine Finte, um möglichst viel Protest zu generieren, damit die Bahn woanders, wo der Widerstand nicht so groß ist, zum Zuge kommen kann. Wenn man heute in Deutschland Großprojekte so plant, dann brauchen wir uns über Phänomene wie Stuttgart 21 oder den Berliner Flughafen nicht zu wundern."

Mende möchte, dass der Stadtrat eine Resolution gegen die Neubaustrecke verabschiedet. Gleiches plant der Celler SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Maximilian Schmidt, auf Kreisebene. "Der Landkreis Celle lehnt eine Neubaustrecke durch das Kreisgebiet ab", heißt es in seinem Resolutionsentwurf. Stattdessen komme nur der Ausbau von Bestandsstrecken mit zusätzlichem Lärmschutz in Frage. Schmidt: "Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Positionierung aller in der Region."