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Celle Stadt Zahl erlegter Marderhunde verdoppelt sich jährlich im Celler Land
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zahl erlegter Marderhunde verdoppelt sich jährlich im Celler Land
16:52 04.01.2017
Von Carsten Richter
Marderhunde sind nachtaktiv, Allesfresser und sie vermehren sich stark - das alles macht sie auch im Celler Land zu einem Problem. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Wie aus dem aktuellen Landesjagdbericht hervorgeht, wurden im Landkreis im Jagdjahr 2015/2016 197 Marderhunde erlegt. Damit liegt Celle landesweit auf dem fünften Platz, Spitzenreiter ist der Nachbarlandkreis Uelzen mit 408 zur Strecke gebrachten Tieren. Über die tatsächliche Ausbreitung sagt das Knoop zufolge aber nur bedingt etwas aus. „Im Landkreis Celle haben wir einen Waldanteil von 50 Prozent, im Kreis Uelzen sind es nur 15 Prozent“, so der Kreisjägermeister. Im Wald aber seien die Marderhunde nur schwer vor die Flinte zu bekommen. Deshalb könnte die tatsächliche Population im Celler Land noch höher sein.

Marderhunde sind Allesfresser. Vögel zum Beispiel werden direkt vertilgt oder ihre Eier werden zerstört. Gleichzeitig sind die Marderhunde nachtaktiv. „Mit der Waffe sind sie deshalb nur schwer zu erlegen.“ Gegen ihre starke Vermehrung von bis zu zwölf Jungen pro Wurf ist somit wenig auszurichten.

Noch immer ist die Waffe das bevorzugte Jagdmittel im Landkreis Celle. Fallen aber seien effektiver, um die Marderhunde zu erlegen, meint Knoop. Nachteil: Der zeitliche Aufwand für die Jagd mit Fallen ist ungleich höher. Lebendfangfallen etwa müssten zunächst aufgestellt und die versehentlich in die Falle getappten Tiere später wiederum in die Freiheit entlassen werden. Hinzu kommt, dass nicht jeder Jäger mit der Falle jagen darf. „Dafür müssen Jäger einen zusätzlichen Schein erwerben. Dazu ist eine zweitägige Ausbildung nötig“, sagt Knoop. „Die Jagd mit der Waffe überwiegt bislang. Dies wollen wir ändern.“