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Celle Stadt Zauber-Comedian mit Spaß im Doppelpack
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zauber-Comedian mit Spaß im Doppelpack
18:01 01.02.2010
Celle Stadt

Herr Oschmann, Ihre Show besticht damit, dass sie auch immer mal Zaubertricks einflechten. Das Nachmittagsprogramm für Kinder ist sogar in der Hauptsache eine Zaubershow. Sind sie eher Comedian oder Magier?

Eigentlich weder das Eine noch das Andere. Ich betrachte mich in erster Linie als Unterhalter. Ich will die Zeit, die meine Zuschauer mir geben, mit etwas auffüllen, woran einfach jeder Spaß haben kann. Wer mich nachmittags oder abends in Aktion gesehen hat, soll hinterher schlicht nach Hause gehen können und das Gefühl haben: Das war super. Dann habe ich meine Aufgabe gut gemacht.

Und so sind Sie auf die Mischung von Zauberei und Comedy gekommen?

Zauberei hat aus mir unerfindlichen Gründen in Deutschland einen ziemlich schlechten Ruf. In jedem Fall kann ich meinen Beitrag leisten, um das zu ändern. Die Mischung in meinem Programm kommt auch daher, dass jeder einen anderen Geschmack hat. Jeder hat einen eigenen Horizont und da bietet es sich an, aus allem etwas zu präsentieren. Wichtig dabei ist aber, dass die „ernsthafte“ Comedy nicht zu kurz kommt.

In Ihren Shows sprechen sie zwei völlig verschiedene Zielgruppen an, wie gelingt da so schnell die Umstellung?

Das Programm steht ja, also habe ich einen Leitfaden in beiden Teilen. Der Nachmittag für Kinder ist ohnehin etwas, woran ich nichts verdiene. Den spiele ich nur selten und dann gönne ich mir das, weil ich selbst so riesigen Spaß daran habe. Im Kinderprogramm habe ich eigentlich alles gelernt. Wenn denen etwas missfällt, dann hauen die das einfach raus und dann musst du schon gut sein, um das wieder ins Lot zu bringen. Erwachsene denken sich eher ihren Teil.

Das heißt, Kinder sind klar das kritischere Publikum?

Auf jeden Fall sind sie direkter, das habe ich schon schmerzhaft erfahren müssen. Ich habe das Programm so gestaltet, dass es um einen Hut geht, der magische Kräfte verleiht. Ich selbst hatte als Kind richtige Angst vor Magiern und dachte, so könnte ich den Kindern diese Angst nehmen. In einer Show kam dann plötzlich ein Dreijähriger nach vorne, trat mir mit voller Wucht gegen das Schienbein und sagte, ich sei ein Hochstapler, weil der Hut doch die ganze Arbeit macht. Ich frage mich, welcher Erwachsene sich das getraut hätte.

Wo liegen denn die Besonderheiten Ihres Programms außer, dass darin gezaubert wird?

Es hält genau das, was der Titel sagt. Die Leute können mir zuhören und werden sagen: „So ist es.“ Ich rede über das Leben, die Kindheit, mache ein Mathe-Experiment mit den Zuschauern, werde zwar nicht gut, aber wenigstens bemüht tanzen und, und, und. Ich stehe immerhin für rund zweieinhalb Stunden am Abend auf der Bühne, In jedem Fall gibt es in dieser Zeit viel zu entdecken.

Und mit welcher Art von Humor haben die Zuschauer zu rechnen?

So wenig, wie das Kinderprogramm nur Kinder besuchen, sitzen am Abend nur Erwachsene im Publikum. Daher gibt es am Nachmittag vielleicht manchen Witz, den die Kinder noch nicht voll verstehen, und am Abend sollen auch vom Jugendlichen bis zum Rentner alle lachen. Ich bleibe aber definitiv immer über der Gürtellinie und will niemanden beleidigen, wie es manche meiner Kollegen tun. Mein Motto heißt deshalb auch „Lachen ohne Reue“. Wenn man sich jetzt fragt, ob das tiefgründig ist, so lautet die Antwort wohl eher Jain. Es macht aber auf jeden Fall Spaß.

Spaß, obwohl Sie ihr Programm nun schon rund ein Jahr lang spielen?

Natürlich. Vom ursprünglichen Programm ist auch nicht mehr viel übrig. Wer das in Celle gesehen hat, wird davon jetzt kaum noch etwas wiedererkennen. Das entwickelt sich einfach. Manche Nummern waren anfangs sechs Minuten lang, jetzt sind die in einem Satz durch. Außerdem war ich selbst lange mit dem späteren Abschnitt nicht zufrieden. Jetzt ist endlich auch der richtig gut. Ich spiele meine Programme immer rund zweieinhalb Jahre. Da ist es schon meine Pflicht, die so zu gestalten, dass es mir selbst Spaß macht. Außerdem spiele ich gerne mit dem Publikum und so ist ohnehin jeder Abend anders. Manche Zuschauer waren tatsächlich schon 30 oder 40 Mal da und die haben sich bisher auch noch nicht gelangweilt.

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Von Björn Schlüter