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Celle Stadt Zeichen für Zivilcourage
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zeichen für Zivilcourage
15:40 23.08.2018
Von Gunther Meinrenken
Hatti Kizilyel ist bei der "Aktion Noteingang", initiiert von Dieter Abelmann (AWO) und Birgit Nieskens (Zuwanderungsagentur) dabei. Quelle: David Borghoff
Winsen

"Es ist schwierig, nicht rassistisch zu sein. Auch Selbsterfahrung schützt davor nicht." Als der Experte für Rassismusprävention, Dr. Blaise Pokos, zum Ende seines Vortrags diesen Gedanken ausspricht, erhält er Beifall von den etwa 50 Cellern, die am Mittwoch zum Auftakt der "Aktion Noteingang" in die Alte Exerzierhalle gekommen sind. Die Besucher wollen etwas tun gegen den alltäglichen Rassismus, der nur allzu oft subtil und versteckt daherkommt. Pokos hält ihnen und auch sich selbst den Spiegel vor. Seine Botschaft kommt an: Man muss auch den Balken im eigenen Auge sehen, sich seiner eigenen Aussagen und Handlungen bewusst werden, wenn man etwas verändern möchte.

Zusammen mit der Celler Arbeiterwohlfahrt (AWO) und in Kooperation mit dem Kirchenkreis hat die Zuwanderungsagentur die "Aktion Noteingang" ins Leben gerufen. Die Idee: Mit einem Aufkleber können Geschäfte und Restaurants, aber auch Institutionen und Betriebe kenntlich machen, dass sie im Falle von diskriminierenden oder rassistischen Bedrohungssituationen Zuflucht und Schutz gewähren. Gleichzeitig können Privatleute mit einem Armband oder einem Button zeigen, dass sie bei solchen Ereignissen ansprechbar sind. Unterstützt wird die Teilnahme durch Workshops, in denen etwa Mitarbeiter von Geschäften für das richtige Verhalten in Gefährdungssituationen geschult werden.

Bei seinen Ausführungen zum Thema "Farbe bekennen gegen Rassismus und Diskriminierung – wie, warum und warum jetzt?" legte Pokos dar, dass Nationalismus und Rassismus Phänomene seien, die sich in der Geschichte wiederholten. Auch derzeit würden nationalistische Bewegungen wie in den USA oder auch Polen und Ungarn Oberwasser bekommen. "Das kann nur geschehen, wenn wir es zulassen. Ziel des Projekts Aktion Noteingang ist es daher, dem Rassismus keinen Platz einzuräumen", sagte Pokos, bevor sich die Teilnehmer an Thementischen zu bestimmten Fragestellungen austauschten – moderiert unter anderem von Michael Stier vom Kirchenkreis, von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und Christian Riebandt von der Celler Polizei.

Birgit Nieskens, Bildungsmanagerin bei der Zuwanderungsagentur, war mit dem Auftakt zufrieden, auch wenn "nur vereinzelt klassische Geschäfte vertreten waren", sondern eher Einrichtungen wie das Schlosstheater, der Paritätische oder Fairkauf. "Im Nachgang werden wir nochmal über Einzelhandelsorganisationen Kontakt zu den Geschäften aufnehmen. Es gibt aber schon eine ganze Reihe von Kooperationsideen und ich verspreche mir noch einiges vom Engagement der Kirche. Die wollen das Thema groß anpacken", so Nieskens, die sich freute, dass auch viele Privatleute den Weg in die Exerzierhalle gefunden hatten, um sich an dem Projekt "Zivilcourage" zu beteiligen.

Eine von ihnen war Karin Bußmann aus Winsen. "Ich habe gleich zehn Armbänder mitgenommen", sagte die ehemalige Betreiberin des Zeitschriften- und Tabakwarengeschäfts im Winser E-Center. Bußmann selbst engagiert sich seit fünf Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe der Gemeinde. Sie will Flagge zeigen: "Der Aufkleber kommt bei mir ans Privathaus."

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