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Celle Stadt Zeichen stehen auf "Missbilligung" für Bertram
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zeichen stehen auf "Missbilligung" für Bertram
18:08 07.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Thomas Bertram Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Hintergrund: Nigge soll versucht haben, seinem Wahlkampfhelfer Lukas Nott, dem Büroleiter des CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch, den Weg zu einer Anstellung in der Wirtschaftsförderung zu ebnen. Er selbst bestreitet das. Ebenso wie er und Bertram bestritten haben, die Ausschreibung untereinander so abgesprochen zu haben, dass sie auf Notts Profil "maßgeschneidert" wurde.

Ausgangspunkt für Mendes Initiative, seinem Ersten Stadtrat ein "Diszi" reinzudrücken, ist eine Email, in der Bertram über die Ausschreibung geschrieben hat: "Ich habe den Text noch ein wenig modifiziert und auf die Vorstellungen von Herrn Dr. Nigge angepasst.“ Für Mende war damit klar, dass Bertram die Öffentlichkeit nicht wahrheitsgetreu unterrichtet hat. Und das wäre ein Dienstvergehen.

Zuständig für Disziplinarverfahren ist der Verwaltungsausschuss (VA). Vergangene Woche stand das Thema auf der Tagesordnung. Aus den Reihen der Politik möchte sich kaum jemand zu der nicht-öffentlichen Sitzung äußern. Und Nigge sagt nur: „Zu diesem Thema hat eine Aussprache im Verwaltungsausschuss stattgefunden. Inhalt und Ergebnisse sind jedoch vertraulich.“ Nach CZ-Informationen soll allerdings vielen VA-Mitgliedern der Inhalt der Email "zu dünn" sein, um ein Disziplinarverfahren gegen Bertram einzuleiten.

Die Politik will die Sache voraussichtlich auf andere Weise aus der Welt schaffen: mit einer Missbilligung. "Unterschieden wird zwischen qualifizierten und einfachen Missbilligungen. Eine qualifizierte Missbilligung ist auszusprechen, wenn ein Dienstvergehen vorliegt. Die qualifizierte Missbilligung ist zur Personalakte zu nehmen. Eine Entfernung aus der Personalakte kann nach Ablauf von zwei Jahren verlangt werden", so der Hannoveraner Verwaltungsrechtler Hanns-Christian Fricke.

Eine Entscheidung soll in der nächsten VA-Sitzung Anfang April fallen. Ob es eine Mehrheit für eine Missbillung für Bertram gibt, ist unklar. Sollte dies so sein, kann der Erste Stadtrat sie nach zwei Jahren wieder löschen lassen. Also noch vor Ablauf seiner Wahlzeit, die bis 2023 dauert.