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Celle Stadt Zerbrechlich wie ein Kartenhaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zerbrechlich wie ein Kartenhaus
15:40 25.11.2018
Das Vorbereitungsteam für den Gottesdienst für verwaiste Eltern will den Betroffenen eine Gelegenheit zum Trauern geben. Quelle: Anke Schlicht
Celle Klein Hehlen

„Gerade wenn man sich wieder gefangen hat, passiert etwas, das alles wieder zurückholt, und man muss wieder von vorn anfangen, sich aufzubauen“. Ein kleiner Ausschnitt aus Connys Antwort auf Pastor Mirco Kühnes Frage in die Runde, ob Adel Tawils „Kartenhaus“ als Thema für den diesjährigen Gedenkgottesdienst für alle verstorbenen Kinder passend sei.

Leben für immer verändert

„Dieser Moment ist wie’n Kartenhaus – Und die Zeit zieht ihre Karten raus“, heißt es darin. Das Bild lässt sich übertragen auf den Moment, der das Leben der Eltern für immer veränderte, aber auch auf die Zerbrechlichkeit, die dem Trauerprozess und den Versuchen der Verarbeitung innewohnt. „Die Zeit zwingt dich in die Knie“, singt Eric Clapton in „Tears in Heaven“. Wie lange das Ereignis zurückliegt, ist bedeutungslos. „Man kommt nicht darüber hinweg“, sagt Wim.

Unter Menschen zu sein, die das Schicksal teilen, spendet Trost. „Manches können nur verwaiste Eltern verstehen“, erläutert Gisela. Sie gehört wie Wim zum Vorbereitungsteam für den Gottesdienst. Jeder Teilnehmer erhält in diesem Jahr beim Hineingehen in die Bonifatiuskirche eine Karte, die er beschriftet. Aus den Karten wird ein Haus gebaut, in dem alle Namen der verstorbenen Kinder zu lesen sein werden.

Lieder und Texte mit Bedacht ausgewählt

„Ich heb‘ sie auf und halt‘ sie fest – damit mein Herz dich nicht vergisst“, singt Adel Tawil. Seinen Part übernehmen in der Kirche die Mitglieder der „Band Klein Hehlen“. „Sie werden manche Sehnsucht zum Klingen bringen“, sagt Mirco Kühne im Hinblick auf die Lieder, die mit viel Bedacht ausgewählt wurden.

Gleiches gilt für die zahlreichen Wortbeiträge. Einen außergewöhnlichen und sehr berührenden Text mit dem Titel „Weihnachten“ hat Michael, der neu zum Team dazugekommen ist, verfasst. „Dass die Namen weiter genannt werden, ist sehr wichtig“, hebt der Pastor hervor. Auch in diesem Jahr werden alle verlesen und Kerzen für sie leuchten, und das sogar in Gemeinschaft mit der ganzen Welt. Am 9. Dezember ist „Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder – Worldwide Candle Lighting“. Ein Ausdruck des Miteinanders und der Verbundenheit, deren Bedeutung für verwaiste Eltern Michael mit den Worten beschreibt: „Man muss sich nicht erklären, man ist aufgehoben und geborgen.“

Der Gedenkgottesdienst findet am 9. Dezember, 18 Uhr, in der Bonifatiuskirche Klein Hehlen statt.

Von Anke Schlicht

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