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Celle Stadt "Zersetzungs- und Zerstörungsprozess"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Zersetzungs- und Zerstörungsprozess"
15:36 27.06.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. "Politik ist eine Frage von Stil und Kultur", sagt Urs Müller, Pressesprecher der "Unabhängigen" im Celler Stadtrat, nachdem Celles CDU-Vorsitzender Thomas Adasch scharf kritisiert hatte, dass "Unabhängigen"-Kopf Wulf Haack systematisch CDU-Mitglieder abwerbe. So wird zum Beispiel Ralf Busch, der für den verstorbenen Gerhard Franken (CDU) in den Rat nachrücken soll, möglicherweise nicht in der CDU-Fraktion, sondern bei den "Unabhängigen" mitwirken. Während Busch sich noch "ein paar Tage Bedenkzeit" ausbittet, hat er sich für die Zukunft schon entschieden: Bei der Kommunalwahl im September kandidiert er bei den "Unabhängigen".

Deshalb gebe es "in Reihen der CDU Grund zur Panik", so Müller, der auf den der CZ vorliegenden Listen der "Unabhängigen" im Wahlbereich 3 auf Platz 2 für den Stadtrat kandidiert und "unabhängiger" Spitzenkandidat für den Ortsrat Blumlage/Altstadt ist. Adasch habe Busch zu Unecht beleidigt, als er von "Verlogenheit" gesprochen habe: "Es wird Verlogenheit mit Veränderung verwechselt. Die Celler Politiklandschaft hat sich seit der letzten Wahl, besonders in den letzten Monaten stark gewandelt.

Konflikte und Veränderungen sind der Politik eigen und natürlich. Politik lebt davon und wird interessant. Wer mit seinen langjährigen Mitgliedern so umgeht, darf sich nicht über die Konsequenzen wundern.“

"In einem Wettstreit um die besten Lösungen sind Ehrlichkeit und die Trennung zwischen Person und Sache bedeutend", so "Unabhängigen"-Fraktionsvorsitzender Udo Hörstmann: "Diese Kultur der Diskussion, diesen Stil von Politik möchten wir in Celle prägen. Wir konnten in den letzten Wochen viele Mitstreiter gewinnen und werden bald gut besetze Listen präsentieren. Das mag in manchen etablierten Parteien für Schrecken sorgen.“

"Ich bleibe dabei, dass das Wirken der Führung der Unabhängigen im höchsten Maße unmoralisch ist", betont Adasch, der daran erinnert, dass auch der CDU-Nachrücker Roger Scherer sich an die Seite des CDU-Spalters Haack ziehen ließ: "Wer nun zum zweiten Mal das Ableben eines hochverdienten CDU-Mandatsträgers zum Anlass nimmt, den Nachrücker abzuwerben, zeigt sein wahres menschliches Gesicht. Für solche Menschen ist in einer christlichen Partei kein Platz." Die "Taschenspielereien" Haacks verliefen stets nach dem selben Strickmuster und hätten nur eins zum Ziel; so Adasch: "Den eigenen Machterhalt und Sicherung von Posten."

Der mit Haacks Aktivitäten einhergehende "Zersetzungs- und Zerstörungsprozess" bei Sachfragen wie etwa der Entwicklung der Allerinsel schade "massiv dem Ansehen und den Interessen dieser Stadt auch im landesweiten Vergleich", sagt Adasch. Haack fungiere in zweiter Linie hinter Hörstmann als Vordenker und Macher der "Unabhängigen". Haack sichere damit vor allem sich selbst und seinen besten Freunden Spitzenplätze auf den Stadtratslisten. Alle anderen Bewerber auf seinen Listen der "Unabhängigen" seien nur "Statisten", die mit ihrer Anzahl Rückhalt für das Haack'sche "Panik-Orchester" vorgaukeln sollten, so Adasch: "Ich bedauere ganz außerordentlich, dass sich einige von mir hochgeschätzte und ehrenhafte Celler für dieses perfide Spiel instrumentalisieren lassen."