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Celle Stadt Zirkus Knie zeigt in Celle atemberaubendes Programm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zirkus Knie zeigt in Celle atemberaubendes Programm
21:17 21.09.2016
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Runde für Runde wirbelt Emanuel Medini seine Schwester Vanessa umher, mit Rollschuhen auf einer kleinen runden Plattform. Einen Moment später hält nur eine Schlaufe ihre beiden Hälse zusammen. Alles andere fliegt durch die Luft: Seine Arme und ihr kompletter Körper. Waghalsiger geht es nicht, könnte man meinen. Doch die Artisten von Zirkus Charles Knie holen zur Premiere am Mittwochnachmittag noch einen ahnungslosen Zuschauer aus dem Publikum heran.

Daniel Gries aus Eschede lässt sich auf das Spielchen ein. Das Geschwisterpaar stellt den 34-Jährigen in die Mitte und sagt nur kurz zu ihm: „Füße zusammen. Festhalten. Den Rest machen wir.“ Und so wird Gries Teil der packenden zweieinhalbstündigen Show: Die beiden Rollschuh-Artisten packen ihn, heben ihn mit seinen etwa 1,90 Meter an und wirbeln ihn einige Runden durch die Luft. Das Publikum tobt. Als das Duo seinen Gehilfen entlässt, taumelt er etwas benommen zurück zu seinem Platz.

„Das war schon witzig“, sagte Gries hinterher und fragte: „Wo kann man sonst schon selbst im Zirkus mitmachen?“ Seine ganze Familie hat sich die Vorstellung angeschaut. Tochter Janica freute sich besonders über die Freiheitsdressur mit Marek Jama und die sechs lustigen Ponys, da die Siebenjährige selbst voltigiert. Bei Mutter Diana funkelten die Augen, als die vier Handstandkünstler von der Truppe Messoudi mit ihren perfekt gestählten Körpern lebende Skulpturen formten.

Besonders publikumstauglich war auch die Gruppe „Flying Wulber“, die mit ihrem Flugtrapez das gesamte Zirkuszelt ausnutzte. Denn die sechs Artisten sprangen wagemutig durch die Luft, warfen sich umher und drehten Pirouetten. Für die ruhigen Momente zum Durchatmen sorgte Clown César Dias. Ganz zum Schluss zeigte er, was bei einem Auftritt am Mikrofon alles schief gehen kann, als er in Frank-Sinatra-Manier „My Way“ sang. Zuschauer Daniel Gries hätte seinen Job an diesem Tag nicht besser machen können.

Von Dagny Rößler