Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Zoff um Schulbezirke
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zoff um Schulbezirke
16:53 22.03.2012
Celle Stadt

Nach der Abschaffung der Schulbezirke vor kurzem hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung diese teilweise wieder eingeführt. Nicht jeder war damit glücklich. „Dass wir das jetzt schon wieder abstimmen, zeigt, dass die Reform viel zu schnell vorangeht“, sagte Charles Sievers (FDP).

Die Verwaltung räumte in ihrer Vorlage den enormen Zeitdruck ein. Deshalb habe die Einführung auch nicht mehr im Schulausschuss beraten werden können und sei direkt in den Kreistag gegeben worden, denn im nächsten Schuljahr sollen die Oberschulen starten. Nach dem Beschluss werden die Außenstellen der Oberschulen Hermannsburg, Lachendorf und Winsen jeweils einen Schulbezirk bekommen. Hintergrund ist laut der Kreisverwaltung, dass die Landesschulbehörde ohne diese Bezirke die Außenstellen und die zentrale Schule als eine Einheit zählen würde. Die Folge könnten weniger Lehrerstunden sein. Dadurch wären die Außenstellen Eschede, Wietze und Faßberg nach Darstellung des Kreises akut gefährdet. Die Schulbezirke sollen zunächst für zwei Jahre gelten und anschließend nur bleiben, wenn die Außenstellen erhalten werden.

Außerdem wird es Schulbezirke in der Stadt für die drei Oberschulen geben. Die Celler Hauptschul- und Realschulleiter haben den Landkreis laut Verwaltung darum ausdrücklich gebeten, um Brennpunkte zu vermeiden, indem Eltern bestimmte Schulen umgehen. Bei den Gymnasien bleibt alles beim Alten. Dort wird lediglich klargestellt, dass Schulen auch schon im fünften Jahrgang besucht werden können, auch wenn das besondere Angebot, das angewählt werden soll, wie zum Beispiel Russisch, erst in der sechsten Klasse beginnt.

Die anderen Parteien verteidigten die Neuschaffung der Bezirke. „Es wäre unfair gegenüber den Außenstellen in der Fläche, diese Bezirke nicht zu schaffen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt. Mit den Bezirken werde den Schulen die versprochene Chance verschafft. Torsten Harms ging Sievers wegen seiner Aussagen direkt an. Er habe den Eindruck, da werde die „letzte Patrone aus Lachendorf verschossen. Angesichts der Tatsache, dass sich der gesamte Landkreis Celle zu den Oberschulen aufgemacht hat, sollte auch dieses Widerstandsnest aufgegeben werden“.

Bernd Zobel (Grüne) gab Sievers zwar Recht. „Die Beschlüsse damals waren wohl offenbar nicht ausgereift. Eine falsche Vorlage darf aber nicht dafür sorgen, dass Lehrer und Schüler das ausbaden“, so Zobel.

Von Tore Harmening