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Celle Stadt Zu viel Nitrat im Celler Grundwasser nachgewiesen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zu viel Nitrat im Celler Grundwasser nachgewiesen
18:27 26.07.2017
Celle Stadt

Und auch Justina Lethe, Sprecherin des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz, bestätigt auf CZ-Nachfrage: „Die Grundwasserkörper, die anteilig im Gebiet des Landkreises Celle liegen, sind sämtlich aufgrund der Nitratbelastung als im schlechten Zustand bewertet worden.“

Um der hohen Nitratbelastung Einhalt zu gebieten, seien die Bauern gefordert. So arbeitet die Niedersächsische Landesregierung an einem neuen Düngegesetz. Dieses solle eine bessere Verteilung von Nährstoffen auf den Feldern ermöglichen. Dies hält auch Martin Albers vom Landvolk Celle für sinnvoll. „Wir müssen unsere Nährstoffe so ausbringen, dass sie die Pflanzen versorgen, aber nicht überdüngen.“ Denn alles, was die Pflanzen nicht aufnehmen könnten, gelange über kurz oder lang ins Grundwasser. Deshalb plädiert Albers dafür, bestehende Düngetechniken weiter zu verbessern. „Grundwasser ist ein hohes Gut. Da müssen wir Landwirte unseren Beitrag leisten.“

Albers weist jedoch auch daraufhin, dass nicht nur die Dünung auf den Feldern für die hohe Nitratbelastung verantwortlich gemacht werden kann. „Dieser Kausalzusammenhang ist zu einfach.“ So gebe es weitere Faktoren, die zu hohen Nitratwerten im Grundwasser führen können. „Wenn es warm und feucht ist, beginnt die Mineralisation von organischer Substanz durch die Bakterien im Boden und dadurch wird Nitrat freigesetzt. Dieser natürlich Vorgang geschieht in allen Böden."

Außerdem dürfe man bei der gesamten Thematik auch nicht den Fehler begehen, und Grundwasser mit Trinkwasser gleichsetzen. „Wie beim Boden gibt es auch hier mehrere Schichten“, so Albers. So sind die bedenklichen Messungen in oberen Schichten des Grundwassers gemacht worden. „Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung und angesichts der nur langfristig möglichen Verbesserungen bei einmal eingetretenen Veränderungen kommt es darauf an, die aktuellen Einträge an der Grundwasseroberfläche zu beobachten und zu begrenzen“, sagt Lethe. Das Wasser in tieferen Schichten sei von diesen Messungen nicht betroffen und nicht von Nitrat belastet, sodass es auch als Trinkwasser genutzt und abgepumpt werde.