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Celle Stadt Zusätzlich 380.000 Euro für Flüchtlinge in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zusätzlich 380.000 Euro für Flüchtlinge in Celle
16:50 22.05.2015
Celle Stadt

Außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 380.000 Euro hat der Celler Stadtrat am Donnerstag einstimmig bewilligt. Das Geld ist für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. "Wir sind damit dann wirklich gut aufgestellt und können relativ schnell Wohnraum zur Verfügung stellen. Wir sind ständig in Gesprächen mit Wohnungsanbietern", erläutert Stadtsprecher Wolfgang Fischer. "Neben der Zentralen Anlaufstelle im CJD müssen wir kurzfristig weitere – mindestens zehn Wohnungen belegen. Sie sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt."

Die Stadt Celle ist verpflichtet, für zugewiesene Asylbewerber und Flüchtlinge Wohnraum anzubieten. Die Anzahl der vorhandenen städtischen Unterkünfte ist für eine dezentrale Unterbringung nicht mehr ausreichend. Der Fachdienst "Soziale Hilfen" hat inzwischen mehr als 60 Wohnungen angemietet. Die Tendenz ist weiterhin steigend.

"Die Anzahl der Asylbewerber ist dabei genauso wenig planbar, insbesondere ihre genaue Ankunft, wie die jeweilige Familienstruktur", erklärt Fischer. Es ist daher notwendig, Wohnungen auf „Vorrat“ anzumieten, um jederzeit handlungsfähig zu sein. Die anfallenden Kosten werden zum größten Teil vom Landkreis Celle als Sozialhilfeträger erstattet.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat außerdem einen eigenen Etat in Höhe von 5000 Euro für die "Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge" beantragt. Am Donnerstag, 4. Juni, wird im Integrationsausschuss darüber beraten. Das Geld ist für kurzfristige Anschaffungen wie Lehr- und Büromaterial und Fahrkarten vorgesehen, da Spenden oft zweckgebundene und nicht planbare Einnahmen sind.

Eine große Herausforderung ist nach Fischers Angaben die sozialpädagogische Betreuung: "Bei allem Engagement der Ehrenamtlichen müssen wir auch auf professionelle Unterstützung aus dem eigenen Haus zurückgreifen. Klar, dass diese personellen Ressourcen irgendwann auch erschöpft sind. Die Lage ist sicher ernst, aber zum Glück noch nicht dramatisch."

Besonders aus den aktuellen Krisenregionen im Irak und Syrien kommen Flüchtlinge nach Celle. Deren Anerkennungsquote sei besonders hoch, so wurden von 500 Personen 486 aufgenommen, berichtet Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) und sagt: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Menschen längerfristig in der Stadt bleiben."

Von Dagny Rößler