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Celle Stadt Zwei Cellerinnen in Sambia: Entwicklung spürbar
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwei Cellerinnen in Sambia: Entwicklung spürbar
20:57 04.07.2014
Mit diesen Fahrrad-Ambulanzen werden schwangere Frauen über viele Kilometer zur Entbindung in eine Krankenstation gefahren (großes Bild). Kleines Bild links: Die Fußbälle aus Lachendorf kamen in Sambia gut an. Silke Freiberg (links) und Stefanie Eckholt verschenken Gartenhandschuhe. Sie waren sehr begehrt. Quelle: Joachim Gries
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Mit einem Berg von Eindrücken sind Sylke Freiberg aus Lachendorf und Stefanie Eckholt aus Celle von einem Besuch in Sambia zurückgekehrt. Mit einer Delegation der Kinderhilfsorganisation Plan International hatten sie Projekte in dem afrikanischen Land besucht, mit Mitarbeitern vor Ort gesprochen und die Bevölkerung getroffen.

„Wir haben unglaublich viele Hände geschüttelt“, sagt Eckholt und Freiberg bestätigt das. Zu den Menschen hätte es sofort Kontakt gegeben, alle seien sehr aufgeschlossen gewesen. Erwartet habe sie das so nicht, sagt Freiberg und fügt hinzu: „Wir haben viele tolle Menschen kennen gelernt.“

Freiberg und Eckholt waren mit zehn weiteren ehrenamtlichen Kräften sowie drei Mitarbeitern von Plan in die sambesische Hauptstadt Lusaka geflogen. Nach einer Einführung in die Arbeit der Hilfsorganisation im Land ging es mit Jeeps in die Stadt Mansa im Noden des Landes. Auf der 770 Kilometer langen Fahrt musste der Kongo-Zipfel, der weit in das Land ragt, umrundet werden. Die Hauptstraße, von den Chinesen gebaut, war hervorragend, die Nebenstraßen sind nach Freibergs Worten Pisten mit Riesenschlaglöchern. Und die Straßen werden von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt. „Ganz Sambia ist zu Fuß unterwegs“, sagt die Lachendorferin.

In Misakalala unweit von Mansa lernten sie Esther kennen, eine junge Frau, die vor 300 Menschen ganz selbstbewusst einen Einführungsvortrag hielt und darin erläuterte, wie mit Unterstützung von Plan Mädchen und junge Frauen im Altern von 16 bis 25 Jahren in dem Leuchtturm-Projekt „Because I am a Girl“ Gartenbau betreiben, Kürbisse, Tomaten und Raps anbauen oder Schweine züchten und so ihre Selbstständigkeit erreichen und ihren Lebensunterhalt verdienen.

Sie lernten ein Stammesoberhaupt, einen Chief kennen, der ein Seminar von Plan zur Rolle der Frauen besucht hatte, stolz war auf das, was er gelernt hatte und ebenso stolz sein Zertifikat präsentierte. „Man muss diesen Weg einhalten, sonst hat man keine Chance in dem Land“, sagt Eckholt. Freiberg war von einem Sparclub beeindruckt, dem 15 Mädchen angehörten, die alle Pläne hatten und mit dem Geld ihre eigene Entwicklung vorantrieben, Eltern unterstützten oder Schulgebühren für die Geschwister zahlten. „Es war zu sehen, dass es funktioniert“, sagt Eckholt. Und diesen Eindruck hatten sie nicht nur bei diesem Projekt. Die Besucher aus Deutschland nahmen auch mit, dass die Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen wie USAID oder Unicef vor Ort klappt.

„Ich würde sofort wieder hinfahren und da auch gern ein halbes Jahr arbeiten“, sagt Freiberg – trotz der großen Kluft zwischen Deutschland und Sambia.

Von Joachim Gries