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Celle Stadt Zwei Schul-Varianten für Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwei Schul-Varianten für Celle
17:23 06.12.2011
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Die Celler Verwaltung sieht für das Stadtgebiet keine Veranlassung, eine Schulstrukturreform übers Knie zu brechen, sprich: zum Schuljahr 2012/2013 Oberschulen einzuführen. Im Neuen Rathaus begründet man dies mit der unterschiedlichen demografischen Entwicklung in Stadt und Kreis. So sei die Entwicklung der Schülerzahlen in Celle, insbesondere an den Hauptschulen, günstiger als zum Beispiel in Sülze, Eschede oder Hambühren. Unterm Strich seien Oberschulen in Celle „nicht die richtige Maßnahme zur Lösung einzelner schulischer Probleme im Kreisgebiet", stellt die Verwaltung klar. Sie schlägt Alternativen vor.

Eine Option ist aus Sicht der Verwaltung die Verdichtung des Hauptschulangebots in Celle. Im Gegensatz zu anderen Standorten im Kreis seien die Wege in Celle für die Schüler vertretbar, heißt es. Zudem gebe es an mehreren Schulen erfolgreiche Projekte zur Berufsorientierung, die man fortsetzen wolle. Eine Verdichtung des Hauptschulangebots kann nach Angaben der Verwaltung bereits zum kommenden Schuljahr umgesetzt werden.

Als weitere Option betrachtet die Verwaltung eine Integrierte Gesamtschule (IGS). Dabei sei der Kreis als Schulträger gefragt. Eine Fünfzügigkeit im Sekundarbereich 1 müsste gewährleistet sein. Zudem müssten die Eltern der Grundschulkinder befragt werden, heißt es. Im Neuen Rathaus ist man sich bewusst, dass eine IGS „erhebliche Auswirkungen" auf die übrige Schullandschaft in Stadt und Kreis nach sich ziehen wird.

Als IGS-Standort hatte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) das Kasernengelände an der Hohen Wende ins Spiel gebracht. Dazu wäre laut Verwaltung ein Neu- oder Umbau erforderlich. Grundsätzlich kämen aber auch andere Schulstandorte in Celle in Betracht.

Der Kreis hatte einer IGS an der Hohen Wende eine Absage erteilt, da eine neue Schule angesichts sinkender Schülerzahlen nicht sinnvoll sei. Außerdem stehe die Anlage unter Denkmalschutz. Als IGS-Standort hält der Kreis die Schulanlagen Burgstraße und Heese für möglich – mit Folgen für die Celler Gymnasien.

Für eine Elternbefragung zur IGS hatten sich SPD und WG ausgesprochen. „Der Landkreis ist alleinverantwortlich für eine solche Bedarfsermittlung", betonte SPD-Fraktionschef Jürgen Rentsch. Auch die Grünen wollen diese Schulform. Die CDU fordert den Erhalt der Celler Gymnasien. FDP und Unabhängige plädieren für die Einführung von Oberschulen. „Die Hauptschule wird nicht mehr so angenommen wie in der Vergangenheit", stellte Udo Hörstmann, Fraktionschef der Unabhängigen, fest.

Mit der Schulstruktur in Celle befasst sich am Donnerstag, 8. Dezember, der Schulausschuss. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im Neuen Rathaus.