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Celle Stadt Zwei mitreißende Dirigentinnen und ein umjubeltes Konzert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwei mitreißende Dirigentinnen und ein umjubeltes Konzert
13:02 17.12.2013
Der Celler Akkordeon Club eroberte unter der Leitung von zwei - Dirigentinnen die Herzen des Publikums. Quelle: Alex Sorokin
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„Aber ich bleibe dem Ensemble als Spielerin erhalten“, hatte Verena Mehls zuvor bereits bekanntgegeben. Mehls eröffnete das Konzert, indem sie das erste von ihr 1999 für Akkordeon arrangierte Stück noch einmal dirigierte: das Vorspiel zum 1. Akt von Verdis „La Traviata“. Danach übergab sie den Stab an Mateja Zenzerovic, während sie selbst im Orchester Platz nahm. Zenzerovic übernahm beherzt und souverän das Kommando.

Die aus Kroatien stammende und in Hannover lebende diplomierte Musikpädagogin, die in den letzten drei Monaten bereits intensiv an den Proben mitgewirkt hatte, gestaltete mit großer musikalischer Ausstrahlung und guter Korrespondenz zum Orchester sensibel und intensiv zugleich die weiteren Programmteile. Ob klassische Weihnachtslieder oder der dynamisch-peppige „Jingle Bell Rock“ – die junge Dirigentin hielt eindrucksvoll die Balance zwischen der Liebe zum Detail und dem Blick aufs Ganze. Sie dirigierte exakt, aber nie pedantisch, und sie eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Allerdings hat sie inzwischen ein attraktives berufliches Angebot aus Berlin vorliegen, das ihren Terminkalender weitgehend auslasten wird. So muss Mehls ihren angepeilten „Vorruhestand“ wohl noch einmal überdenken. Ohnehin glaubt kaum jemand von ihren Freunden, dass sie es lange auf dem Stuhl aushalten wird. Schon bei der ersten Zugabe zog es sie wieder ans Pult, um mit „Winter in Kanada“, einem zeitlos schönen Wintermärchen aus Tönen, noch eines der letzten von ihr arrangierten Stücke zu präsentieren.

Als krönender Abschluss folgte schließlich traditionell die „Petersburger Schlittenfahrt“, wobei Zenzerovic wieder den Stab übernahm. Das Publikum geriet nun vollends aus dem Häuschen. Mit stehenden Ovationen wurde der Schlitten quasi so lange wieder den Berg hochgezogen, bis die rasante Abfahrt noch einmal erfolgte.

Von Rolf-Dieter Diehl