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Celle Stadt Zweiter Anlauf für Schülernetzticket in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zweiter Anlauf für Schülernetzticket in Celle
22:45 26.03.2015
Quelle: Udo Genth
Celle Stadt

„Wir wollen freie Fahrt für Schüler. Sie sollen im Kreisgebiet kostenfrei mit dem Bus unterwegs sein können und zwar immer und überall, auch am Wochenende und in den Ferien sowie auf allen Strecken“, sagt der SPD-Fraktionschef Maximilian Schmidt.

Die SPD wolle damit nicht nur für mehr Mobilität junger Menschen im Celler Land sorgen, sondern zugleich auch den ÖPNV stärken. „Für Sport- und Freizeitaktivitäten, aber auch ehrenamtliches Engagement ist man im Flächenlandkreis Celle darauf angewiesen, sicher von A nach B zu kommen. Mit dem Schülernetzticket wäre dies einfach möglich, zudem würde automatisch auch mehr Nachfrage im ÖPNV erreicht“, erklärt Schmidt.

Schon 2013 wurde über die Einführung diskutiert. Damals wurde das Vorhaben zurückgestellt, weil die Neuvergabe des ÖPNV bevorstand. Im Raum standen damals Kosten von rund 200.000 Euro. Reinhard Toboll, Leiter des Amtes für Bildung, Sport und Zentrale Dienste, sieht deshalb durchaus noch Beratungsbedarf. „Sicher wäre das eine Verbesserung für die Schüler, allerdings gibt es eben auch hohe Kosten. Die Politik wird das entscheiden müssen”, so Toboll.

Genau die Finanzierung ist auch der Punkt, den der CDU-Fraktionschef Joachim Müller noch geklärt wissen möchte. „Grundsätzlich stehen wir dieser Idee positiv gegenüber, denn Mobilität der Schüler ist ein Wert an sich”, so Müller. Allerdings stemme der Kreis mit der Umstrukturierung des ÖPNV und der Einführung des Großraumverkehrs Hannover (GVH) bereits einige Projekte, so dass für diese zusätzliche Belastung noch einmal die Finanzierung geklärt werden müsse.

Die WG Landkreis befürwortet eine Einführung ebenfalls. „Letztlich ist die Finanzierungsfrage natürlich zu klären, wir haben uns in der Vergangenheit aber auch bei Projekten wie dem Kulturbus mit ähnlich hohen Summen engagiert", sagte Ulrich Kaiser. Die Mobilität der Schüler habe im Vergleich zu solchen Projekten eine hohe Priorität.

Zustimmung kommt auch von den Grünen, allerdings würde sich Annegret Pfützner noch eine Anreizkomponente wünschen, wenn Schüler auf das Fahrrad umsteigen. „Allerdings ist diese Idee schwer umsetzbar”, räumt sie ein.

Was aber passiert, wenn Schüler unfreiwillig aufs Fahrrad umsteigen müssen, weil sie ihre Fahrkarte vergessen haben, bleibt weiter in der Diskussion. Die SPD hatte im Zuge ihres Antrages noch einmal angefragt, ob die Verfahrensweise geändert werden kann, nach der Schüler dann stehen gelassen werden, wenn sie weder Ticket noch Geld haben.

Wie Toboll sagte, sei dieses Vorgehen die „bestmögliche Lösung. Im anderen Verfahren ist es zuvor zu einem deutlichen Anstieg von Missbrauch gekommen.” Ein Identifikationsnachweis im Nachhinein sei ein riesiger Verwaltungsaufwand, weil immer andere Fahrer auf den Strecken unterwegs seien.

Von Tore Harmening