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Celle Stadt Zwischen Liebespoesie und Gesellschaftskritik in Celler Kreuzkirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwischen Liebespoesie und Gesellschaftskritik in Celler Kreuzkirche
16:37 29.04.2016
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„Sie können sich ganz ruhig zurücklehnen“, versprach der aus Celle stammende und heute in Wiesbaden lebende Songpoet und Musikkabarettist Klaus-André Eickhoff dem Publikum am Freitag in der gut gefüllten Kreuzkirche. Sein mit „Während ich warte“ betiteltes Konzert sei „ein reines Zuhörkonzert“, bei dem niemand mitklatschend „auf die Bänke steigen“ müsse. Und in der Tat genossen die Zuhörer ganz unbeschwert das abwechslungsreiche, zwischen Liebespoesie und Gesellschaftskritik changierende Ohrenkino, bei dem sich die unaufdringlich begleitenden Melodie-Module des E-Pianos passgenau und emotional stimmig um die hintergründigen Textpassagen rankten, wo die unterschiedlichsten Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen den sprichwörtlichen Ton angaben. Und Zeile für Zeile entwickelte sich bei seinen Liedern eine zum mal kritischen, mal schwelgerischen Nachsinnen anregende klare Botschaft.

Mit seinem die Bürde und Last des Alltags hinterfragenden Burnout-Song „Alles zu viel“ nahm Eickhoff das Publikum gleich zu Beginn mit hinein in ein Lebensumfeld, in dem sich jeder in der einen oder anderen Situation wiedererkannte. Mit hintergründigem Witz war wiederum sein humorvoller Appell auf „Die kleinen Dinge“ des Alltags gespickt, für die man sich dankbar zeigen sollte, etwa dafür, „dass mein Zeigefinger in die Nase passt“. Und auch sein Märchenfee-Song „Drei Wünsche“ traf voll ins Schwarze, als er die Unersättlichkeit unserer Überflussgesellschaft einem einzigen Wunsch unterordnete: „Wish you were here“. Für besonderes Vergnügen sorgte schließlich sein „erstes Weihnachtslied des Jahres“, in dessen Verlauf sich der Weihnachtsmann allerdings – wie „im richtigen Leben“ mitunter auch in den Süßwarenregalen – als kostümierter Osterhase entpuppte. Überhaupt: Seine Songs kamen zumeist mit viel Leichtigkeit und Witz daher und fanden dadurch auch bei leisesten Tönen zunehmend Gehör im Publikum, zumal Eickhoff nicht mit erhobenem Zeigefinger sang, sondern immer ganz deutlich und mit unglaublich sanfter Stimme seine positive Lebenseinstellung betonte.

Von Rolf-Dieter Diehl