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Celle Stadt Zwischen sanfter Brise und heftigen Gefühlsstürmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwischen sanfter Brise und heftigen Gefühlsstürmen
12:31 24.01.2014
Caitlin Mahoney (links) - und Irene Moss - präsentierten in - Kunst & Bühne eine - Mischung aus - Folk und Pop. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Den ersten Teil bestritt die in New York lebende Sängerin Caitlin Mahoney, begleitet von ihrer Kollegin Irene Moss. Mit einer alles durchdringenden charismatischen Stimme, die sie wie einen vielfarbigen Regenbogen über den unaufdringlich untermalenden Gitarrenriffs zur Entfaltung brachte, präsentierte sie in einer Mischung aus Folk und Pop ihre Songs von Abenteuer, Leidenschaft und Liebe, wobei sie überraschend bruchlos zwischen streichelsanfter Brise und heftigen Gefühlsstürmen zu variieren wusste. Mahoney huldigte dabei nicht nur ihrer am oberen Limit pulsierenden Stadt, sondern überhaupt der Ruhelosigkeit, dem Weitermachen und Nichtzurückschauen. In Titeln wie „You can look me in the eye“ und „Good-bye, good friend“ sorgte sie mit verspielten Beats, beschwingter Rhythmik und dynamischem Drive immer wieder für ein hohes Maß an Eindringlichkeit, ohne vordergründig dramatisch zu sein.

Ganz andersgeartet war der Stil des Londoner Songwriters Pasco Tom, der von seinem Kollegen George Godson begleitet wurde. Toms scheinbar mühelose Wechsel von treibenden Songs zu gefühlvollen Balladen basierten auf einem sehr eigenen Gesangsstil und derart originellen, rhythmisch prägnanten Einfällen, dass die Grenzen zwischen Blues, Reggae und Soul zunehmend zu einer beseelt-expressiven Mischung von Beats verschwammen, die allerdings aus Mangel an Nuancen relativ höhepunktarm dahinglitt. Auch bei seinen sentimental-melancholischen Vorträgen auf der Lap-Slide-Gitarre mit ihrem von Glissandi geprägten singenden „Hawaii“-Sound wusste er keine Spannung zu erzeugen. Im Gegensatz zu seiner Interpretation des Klassikers „Georgia on my mind“. Da fand er zu einem fesselnden und ausdrucksstarken Sound, der tief berührte, ohne rührselig zu sein.

Von Rolf-Dieter Diehl