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Celle Stadt ermann Wiedenroth über Kriegschronisten Eberhard Schlotter in Celler Stadtbibliothek
Celle Aus der Stadt Celle Stadt ermann Wiedenroth über Kriegschronisten Eberhard Schlotter in Celler Stadtbibliothek
12:18 08.05.2015
Hermann Wiedenroth las in der Celler Stadtbibliothek über den Kriegschronisten Eberhard Schlotter. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Hermann Wiedenroth begann biografisch, schilderte Schlotters „stürmischen Drang zum Malen“, Anekdoten wie das Entrosten und Bemalen von 3000 Feldbetten, die erste Einzelausstellung in der Geburtsstadt Hildesheim 1941 und einen folgenschweren Zusammenstoß Schlotters mit dem Schirmherrn der Ausstellung, dem berüchtigten Gauleiter Lauterbacher. Den Anstoß gab Schlotters „Selbstbildnis mit Zigarette“. Das als „entartet“ eingestufte Bild sollte weg. Schlotter bestand darauf, dass es blieb. Der vom Wehrdienst bis dahin freigestellte zwanzigjährige Kunststudent wurde noch im gleichen Jahr eingezogen. Er kam in Braunschweig in eine Lichtmess-Batterie. Das Interessante nun war für Wiedenroth: „Im Nachlass meines Vaters fand ich Notizen, dass er ebenfalls dort eingesetzt war und einen Maler namens Schlotter traf.“ Solche Verknüpfungen des Lebens holte Wiedenroth ans Licht. Er las Schlotters Erzählungen „Willibald“, „Das andere Leben“ und „Begegnungen IV Alex Gräfin Czernin“ und zeigte den Wahnsinn des Krieges, der Kriegs- und Aufbruchsjahre, auch amüsante Begegnungen.

Immer wieder zückte er den Stift, fertigte Skizzen und Notizen, malte auf Zelttuch und mischte sich mit Speiseöl Farben an. „Zeichnen und Überleben“ war Schlotters Devise. Wiedenroth zog das gleichnamige Buch von Elisabeth Krimmel zur Lesung heran.

Von Aneka Schult