Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt „un.er.hört – Konzerte für Kwidzyn“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „un.er.hört – Konzerte für Kwidzyn“
16:25 05.11.2018
Wolfgang Baumgratz aus Bremen an der Orgel in der Celler Stadtkirche. Quelle: David Borghoff
Celle - Heese

Dieses Konzert war nicht besonders gut. Die Rede ist vom Orgelkonzert des früheren Bremer Domorganisten Wolfgang Baumgratz, der in der Celler Stadtkirche im Rahmen der vierteiligen Veranstaltungsreihe „un.er.hört – Konzerte für Kwidzyn“ einen Abend mit Werken des frühen Celler Organisten Wolfgang Wessnitzer, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn, Robert Schumann und Oskar Gottlieb Blarr gestaltete.

Bei den drei Choralvorspielen von Blarr handelt es sich um sehr reizvolle Werke, die eher wie kleine, teilweise stark zerklüftete Choralfantasien erscheinen denn als Choralvorspiele. Dem Organisten werden in diesen Stücken dreierlei Aufgaben gestellt: Es sollte der sehr genau fixierte Notentext möglichst exakt umgesetzt werden, es muss die Choralmelodie gut herausgearbeitet werden und die Kompositionen müssen natürlich, wie immer, auch gestalterisch mit den künstlerischen Vorstellungen des Organisten in Einklang gebracht werden. Diese sollten im Idealfall nahe bei denjenigen des Komponisten verortet sein. Das konnte alleine schon deshalb nicht erreicht werden, weil Baumgratz den Notentext zu oberflächlich umgesetzt hat und vor allem viele Detailanweisungen und Tempoangaben des Komponisten schlicht ignorierte. Hätte man nicht den Notentext vor Augen gehabt, so wäre der Eindruck von teilweise reizvollen, aber irgendwo auch etwas kompromisslerisch daherkommenden Stücken entstanden. Da fehlte nicht selten das Tempo in den Stücken, vor allem aber wurden nur einzelne Stellen pointiert gespielt und registriert. Diese Wiedergabe wirkte wenig bemüht, den Intentionen dieser Stücke gerecht zu werden.

Aber auch ansonsten hatte dieser Orgelabend seine Macken: Bachs Präludium und Fuge in c-moll BWV 546 spielte Baumgratz in einem wenig angemessen wirkenden lahmen Tempo, ohne das nötige Bassfundament und viel zu dick registriert, weshalb man die innere Struktur kaum wahrnehmen konnte. Und das Ganze dann in einem Einheitslegato und ohne dem Mut, Bachs geniale Musik in seiner extremen emotionalen Bandbreite auch wirklich auszuloten. Außerdem gab es noch zwei Raritäten zu hören: Zwei Fugen des 25-jährigen Mendelssohn, blasse handwerkliche Übungsstücke für Kontrapunkt, die auch genauso gespielt wurden. Und vier Skizzen von Schumann, ganz originelle Stücke, die nicht nur dem Organisten Baumgratz Spaß bereiteten sondern auch den Zuhörern. So kam das Konzert zumindest zu einem guten Ende.

Ganz anders dann das Konzert von Blarr einen Tag später. Blarr hat eine Repertoirekenntnis, die Staunen macht. Und zwar nicht nur, weil er unbekannte Stücke ausgräbt, sondern vor allem auch, weil er dabei klar die Qualität der Stücke im Auge behält. Schon das frühe Stück von Hans Buchner, das der frühere Celler Stadtkantor Harro Schmidt herausgegeben hat, konnte gefallen. Ganz zu schweigen von dem Stück eines gewissen Friedrich Wilhelm Markull, dessen fugenartiges Stück ein kleines markantes Meisterwerk in der Tradition Mendelssohns darstellt. Und die schlichte Fuge von Paul Louis Wagner, einem Musiker, der sowohl Celle als auch Kwidzyn verbunden war, erwies sich als eine gelungene Sache. Blarr spielte das Stück gleich zweimal in Celle, nämlich vor der Orgelwiedergabe am Sonntag noch am Freitag am Klavier zusammen mit Voigt als Abschluss eines Vortrags in Daniel Kunerts Notenkeller. Insgesamt ein sehr gelungener Beginn von Michael Voigt als Celler Kirchenmusikdirektor.

Von Reinald Hanke

Der Autor Hans Pleschinski hat in "Wiesenstein" das Ende des Schriftstellers Gerhard Hauptmann literarisch verarbeitet. Bei Decius las er aus seinem Werk.

05.11.2018

Dem lokalen Handwerk geht es gut. In einer Konjunkturumfrage der Handwerkskammer bewerteten 67 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut.

Gunther Meinrenken 05.11.2018

Durch das Drehen an der Parkgebühren-Schraube das Leben in der Altstadt anzukurbeln – das haben schon viele versucht. Jetzt will die AfD, dass jeder in der City eine Stunde lang kostenlos parken darf.

Michael Ende 05.11.2018