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Neuenhäusen 1500 Celler feiern Gottesdienst im Landgestüt (mit Video)
Celle Aus der Stadt Neuenhäusen 1500 Celler feiern Gottesdienst im Landgestüt (mit Video)
17:57 26.12.2018
Besonders stimmungsvoll verlief der Heiligabend-Gottesdienst in der Reithalle des Landgestüts. Pastor Michael Kurmeier wählte das Thema "Ganz einfache Wunder". Quelle: Oliver Knoblich
Neuenhäusen

Wie ein roter Faden zog sich das Motto "Ganz einfache Wunder" durch das Programm des Heiligabends im Landgestüt: Mehr als 50 ehrenamtliche Helfer haben dafür gesorgt, dass in der ein moderner Gottesdienst mit Live-Band gefeiert werden konnte. Pastor Michael Kurmeier wählte das Thema Wunder, um die Weihnachtsgeschichte zusammen mit der Kreuzkirchengemeinde und mehr als 1500 Gästen in die heutige Zeit zu übersetzen.

Schon während die Besucher in die Reithalle strömten, sorgte die Band um Ingo Rosenthal für heitere Stimmung. Lieder wie der israelische Kanon "Trommle mein Herz" und der afrikanische Gospelsong "Sana – Sananina" werden gesungen. Mit dem Lied "In der Stille angekommen" stimmte sich die Gemeinde dann bei gedämpftem Licht auf den Heiligabend ein.

Totgeglaubtes wiederzubeleben ist Wunder

Pastor Michael Kurmeier spannte in seiner Predigt einen weiten Bogen: Es begann mit umherirrenden Eltern, deren Kind in die Wirklichkeit des einfachen Stalls geboren wird. Er predigte von dem größten Wunder, dass durch die Geburt Jesu Gott und Mensch eins geworden sind. Er erinnerte an das Wirtschaftswunder und das wiedergewonnene Selbstbewusstsein nach dem verlorenen Krieg.

Präsent wird auch das Wunder von Bern, als die deutschen Außenseiter gegen Ungarn gewinnen. Als dieser Fußballsieg von Sönke Wortmann verfilmt werde, geschehe in der Küche der Filmfamilie das eigentliche Wunder, so Kurmeier. Der aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte brutale Vater bricht beim Kartoffelschälen auf und zeigt der Familie seinen weichen Kern. Er hat den Mut sich zu öffnen und von vorne anzufangen. Kurmeier sagte, wenn etwas wiederbelebt werde, was tot geglaubt war, dann sei das ein Wunder.

"Sind so kleine Hände" gehöre ins Gesangbuch

Pastor Kurmeier scheute sich nicht, das Lied von Bettina Wegner "Sind so kleine Hände" zu singen und Stellung zu beziehen. Dieses beginnt mit den Worten: "Sind so kleine Hände,
winzge Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann." Kurmeier sagte, das dieses Lied in die kirchlichen Gesangbücher gehöre. Die Übergriffe seiner Kollegen in der Kirche bezeichnete er als Schande.

Auch das Zustandekommen des Gottesdienstes in der Reithalle grenzte an ein Wunder. Nur durch den Einsatz des Landstallmeisters Axel Brockmann und des Bauingenieurs Rolf Reinecke konnte das geforderte Sicherheitskonzept umgesetzt werden. Bevor der Leiter des Landgestütes Brockmann aus der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums las, nutzte er seinerseits die Gelegenheit allen Akteuren zu danken.

Nach Fürbitte, Gebet und Segen ging in einem Lichtermeer mit "O du Fröhliche" ein Gottesdienst zu Ende, dessen Spektrum von ausgelassen bis besinnlich reichte.

Von Marion Anna Peterson