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Vorwerk Verkauf verhindert Silbersee-Schließung
Celle Aus der Stadt Vorwerk Verkauf verhindert Silbersee-Schließung
15:27 04.12.2018
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Vorwerk

Ein Weilchen dürfte es noch dauern, bis Sabine Födisch-Rüstig den Silbersee, dessen Besitzerin sie ab sofort ist, zum Camper-Paradies gemacht hat. Denn die Altlasten – darunter Berge von Müll – die das Idyll stören, lassen sich nicht von heute auf morgen entsorgen. "Unser ursprüngliches Konzept samt Zeitschiene stammt aus dem Mai auf Basis eines Kaufes zum August. Das ist natürlich aufgrund der Verzögerungen nun so nicht mehr zu halten. Ende der Woche haben wir einen Abstimmungstermin mit der Stadt, wo wir das weitere Vorgehen besprechen werden", sagt die Investorin.

"Nicht willkommen"

Dass Födisch-Rüstig den Zuschlag für den Kauf des Silbersees erhielt, war im Celler Stadtrat umstritten. Manche Politiker lehnten den Deal ab, weil die Käuferin bis vor Kurzem im Landesvorstand der Republikaner saß. Mittlerweile ist sie aus der rechten Splitterpartei ausgetreten. Dirk Gerlach von der "Partei" nimmt ihr den Gesinnungswandel nicht ab: "Jemand mit einer Vorgeschichte wie Frau Födisch-Rüstig sollte sich angesichts der politischen Gesamtsituation einmal mehr darüber im Klaren sein, dass sie von diversen Gruppierungen hier in Celle nicht willkommen geheißen wird und diese das auch an entsprechender Stelle und geeigneter Zeit zum Ausdruck bringen werden."

Entscheidung "kurzsichtig"

Als kurzsichtig kritisiert AfD-Fraktionschef Anatoli Trenkenschu den Verkauf. Verwaltung und OB Jörg Nigge (CDU) hätten auf die Schnelle Fakten schaffen wollen, ohne ernsthaft über Alternativen nachzudenken: "Im Übrigen: Der Verkaufspreis darf bei solchen Entscheidungen nicht das Hauptkriterium sein."

Keine Wahl für den Rat?

Das meint auch Oliver Müller (BSG): "Die Verwaltung hat das Angebot Silbersee angeblich so formuliert, dass der Stadtrat keine Wahl hatte, sondern der Kaufpreis entscheidend war. Ich finde diese Vergabeart sehr misslich und fragwürdig." Nach CZ-Informationen lag der Preis bei 800.000 Euro.

Manche Politiker schweigen

FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen, der sich noch im August gegen einen Verkauf an Födisch-Rüstig ausgesprochen hatte, weil er am Silbersee den Aufbau eines "Bildungszentrums für rechtes Gedankengut" befürchtete, gehört nun zu jenen, die sich auch auf Nachfrage nicht zum Silbersee-Verkauf äußern wollen.

Zweifel ausgeräumt

Für CDU-Fraktionschef Heiko Gevers hingegen sind die Zweifel, die er zunächst am Verkauf hatte, ausgeräumt: "Wenn es keine Zustimmung zum Verkauf gegeben hätte, wäre die Verantwortung für den Silbersee ab 1. Januar 2019 auf die Stadt übergegangen. Wegen der baulichen Gegebenheiten und der immer noch vorhandenen Sicherheitsmängel hätte das Gelände mit großer Wahrscheinlichkeit geschlossen werden müssen – und das kurz vor Weihnachten." Die politische Vergangenheit eines Käufers als Kriterium für eine Ablehnung zu nehmen, wäre rechtswidrig: "Insbesondere im vorliegenden Fall, wo eine eindeutige Distanzierung von früheren politischen Aktivitäten vorliegt."

Hoffnung auf bessere Zeiten

Nach der Zustimmung des Rates werde nun der Kaufvertrag ausgearbeitet und mit den nötigen Absicherungen für die Gestaltung des Geländes versehen, so Gevers: "Wir sind guter Hoffnung, dass der Silbersee wieder ein attraktiver Standort für stadtnahe Erholung wird."

Räumung verhindert

Das hofft auch SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Brammer. Er möchte nach vorn blicken: "Der Verkauf des Silberseegeländes verhindert die Räumung und ermöglicht es den Bewohnern, dort wohnen bleiben zu können. Jetzt herrscht wieder Planungssicherheit für die Menschen vor Ort."