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Wietzenbruch Apachen fliegen auf Wietzenbruch
Celle Aus der Stadt Wietzenbruch Apachen fliegen auf Wietzenbruch
17:58 29.11.2018
Von Michael Ende
Die Apache-Hubschrauber der niederländischen Streitkräfte sind in der Wietzenbrucher Immelmann-Kasernezu Stammgästen geworden. Quelle: Volker Schubert
Wietzenbruch

Die Rotorblätter stehen kaum einmal still, denn das Celler Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit blickt auf einen turbulenten Herbst mit vielen Übungen zurück. Bis in den späten November hinein bleiben die Kapazitäten voll ausgelastet.

Oranje-Apachen

Das Zentrum hat bereits internationale "Stammgäste". Im Rahmen der Übung „RedSkin Strike“ nutzte das niederländische 301st Squadron Defensie Helicopter Commando mit fast 200 Übungsteilnehmern und fünf AH-64 Apache-Kampfhubschraubern den Standort. Nachdem im Frühjahr die Ausbilder geschult wurden, ging es im Herbst um die Luftfahrzeugführer und Bordschützen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen trainierten die Apache-Besatzungen den scharfen Schuss mit den Bordwaffen.

Internationalität ist Trumpf

Für 2019 seien bereits zwei weitere Vorhaben der „RedSkin Strike“-Reihe am Flugplatz Celle und in Bergen geplant, erläutert Oberst Jörn Rohmann, Kommandeur des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit: "Die niederländischen Hubschrauberkräfte des Defensie Helikopter Commando schätzen die gute Zusammenarbeit. Sie werden künftig in Celle ein vertrauter Anblick werden." Für das Zentrum sei diese deutsch-niederländische Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt in Richtung Multinationalität: "Mit der Einbindung unseres Ausbildungszentrums in das Rahmennationskonzept – Framework Nation Concept – wird die multinationale Ausrichtung in der Ausbildung und Übung für luftbewegliche Kräfte am Standort Celle noch deutlich zunehmen."

Ab in die Heide

Ebenfalls von beginnender Routine geprägt sind die Übungsaufenthalte von Teilen der Division Schnelle Kräfte (DSK). An die Großübung „Schneller Adler“ schloss sich mit „Green Griffin“ gleich die nächste Übung an. Die DSK ist Hauptnutzer des Ausbildungs- und Übungszentrums. Sie bündelt unter anderem fast alle luftlandefähigen Kräfte des Heeres und schickte in diesem Herbst gleich mehrfach Übungstruppen nach Celle. "Der Übungsplatz in Scheuen mit seiner dicken Schicht aus Heidekraut erfreute sich bei den Fallschirmspringern in ihren Sprungdienstwochen im Oktober und November großer Beliebtheit", so Rohmann. Im Laufe des Jahres sind aus Celle unterschiedlichste Luftfahrzeuge gestartet, die über 1500 Fallschirmsprünge im Bereich des Flugplatzes und des Übungsplatzes Scheuen möglich gemacht haben.

Keine Atempause mit dem Tiger

Ende Oktober übten saarländische Fallschirmjäger Grundsätze luftgestützter Operationen. Das Zusammenwirken mit Luftfahrzeugen wurde gemeinsam mit NH-90-Helikoptern des Transporthubschrauberregiments 10 „Lüneburger Heide“ aus Faßberg trainiert. Am Standort geht es indes ohne Atempause weiter: Nach den Soldaten aus dem Fallschirmjägerregiment 26 übt noch bis Ende November ein Zug des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf in Celle. Diesmal erhalten die Soldaten ihre Feuerunterstützung von Bundeswehr-Tigern vom Kampfhubschrauberregiment 36. Rohmann: "Obwohl das Zentrum seine volle Einsatzbereitschaft noch nicht erreicht hat, nehmen sowohl Vorhaben innerhalb der Kaserne als auch im Luftraum rund um Celle zu." Bis jetzt verzeichnet der Heeresflugplatz Celle für 2018 über 900 Starts und Landungen."

Grenadiere und Apachen

Ein echtes Novum war außerdem eine Kurzübung im Oktober: Celle nahm erstmalig etwa 30 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 33 aus Luttmersen auf, die gemeinsam mit einem niederländischen Apache-Kampfhubschrauber auf dem Übungsgelände in Luttmersen trainierten – lebensecht mit motorisierter Feinddarstellung, Rauch und Explosionen. Dass jeder Soldat dabei im Funkkontakt mit dem Helikopter stand, bewertet der Celler Projektoffizier Hauptmann Matthias Klaus sehr positiv: "Auch das niederländische Team zeigte sich mit der Übung zufrieden, und aus Luttmersen wurde der Wunsch nach einer intensiveren Zusammenarbeit laut."

Sprung geglückt

Anfang 2018 setzte das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit zum Sprung in die nächste Phase an. Der Rückblick auf das Jahr zeige, dass sich für diesen Sprung eine gute Landung abzeichne, so Rohmann. Es gelte national und international, im Zusammenwirken mit Fallschirmjägern, Heeresfliegern, Luftwaffe sowie anderen Ausbildungseinrichtungen, gemeinsam stärker zu werden: "Das Ausbildungs- und Übungszentrum hat trotz angespannter Personal- und Materiallage eine Reihe von äußerst erfolgreichen Übungsvorhaben ermöglicht." Dabei sei das enorme Zukunftspotenzial des Zentrums – nicht zuletzt auch für eine multinationale Ausrichtung - bestätigt worden, sagt der Kommandeur: "Jetzt heißt es dranbleiben. 2019 stehen nicht nur mehr Übungsdurchgänge, sondern auch neue Ausbildungsinhalte an. Das wird uns mehr fordern – und hoffentlich auch fördern."