Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Blaulicht 1200 Einsätze der Celler Wehren im abgelaufenen Jahr
Celle Blaulicht 1200 Einsätze der Celler Wehren im abgelaufenen Jahr
11:29 05.09.2016
Meike Palte und Frank Dettmer (direkt hinter der Fahne wurden stellvertretend für alle Kameraden vereidigt. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Die Brandeinsätze haben den Wehren dabei wieder einiges abverlangt. Prüsse nannte als Beispiel nur die Brände der Sporthalle Burgstraße, die Wohnungsbrände in Celles Innenstadt und des Betonwerks in Eschede. „Feuerwehrmitglieder haben sich bis an die Belastungsgrenze und einige auch darüber hinaus eingesetzt, obwohl sie den ganzen Tag gearbeitet haben und danach gleich wieder zur Arbeit gehen mussten“, so Prüsse.

Die Akzeptanz des ehrenamtliches Engagement sei bei vielen Arbeitgebern erkennbar rückläufig. „Kürzlich habe ich gelesen, dass es bereits Betriebe gibt, die im Rahmen der Einstellungsgespräche nach der Feuerwehrmitgliedschaft fragen. Nicht weil sie das Ehrenamt stärken möchten, sondern weil sie dann lieber den Bewerber einstellen, der seinen Arbeitsplatz nicht wegen eines Feuerwehreinsatzes verlässt", so Prüsse.

Es sei deshalb auch wichtig zu prüfen, ob Einsätze wirklich notwendig seien. Er kritisierte, dass die ehrenamtliche Feuerwehr immer mehr Aufgaben bekomme, für die sie nicht zuständig seien. Vermehrt Einsätze würde es auch geben, weil die Rauchmelder verbranntes Essen meldeten oder einfach eine Fehlfunktion hätten.

Die Mitgliederzahl der Wehren sei stabil, aber man müsse sich zukunftsorientiert und attraktiv ausrichten. Neben einer guten Kinder- und Jugendarbeit gehört eine moderne Ausstattung, gute und moderne Ausbildung ebenso dazu wie die passenden Rahmenbedingungen. Problem gebe es noch in der Beschaffung von Fahrzeugen im Rahmen des Katastrophenschutzes durch den Bund. Besonders schwerwiegend wiege hierbei, dass im Kreis Celle immer noch ein GW Mess- oder ABC-Erkundungsfahrzeug fehlt. „Gerade heute in einer Zeit zunehmender Bedrohung halte ich es persönlich nicht für hinnehmbar, dass eine solche Fähigkeitslücke vom Bund billigend in Kauf genommen wird", so Prüsse.

Er warb auch bei den Wehren dafür, die Kreisbereitschaft häufiger zu nutzen. Landrat Klaus Wiswe bestellte beim Kreisfeuerwehrtag Hauptbrandmeister Thomas Strothmann zum Kreisbereitschaftsführer und Oberbrandmeister Patrick Höfer aus Eschede zu seinem Stellvertreter.

Der Landrat lobte die Arbeit der Wehren: „Sie haben sich unter Zurückstellung persönlicher Interessen in den Dienst einer guten Sache gestellt, unter der Leitung ihrer Führungskräfte Herausragendes geleistet“, so Wiswe. Die Menschen im Landkreis könnten sich auf die Freiwilligen Feuerwehren und die Hilfsorganisationen verlassen.

Von Tore Harmening