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Blaulicht 17 Monate Haftstrafe nach Raubüberfall in Celler Altstadt
Celle Blaulicht 17 Monate Haftstrafe nach Raubüberfall in Celler Altstadt
18:33 07.05.2015
Celle Stadt

Bei der Urteilsfindung fand die Anregung der Jugendgerichtshilfe, den Angeklagten während der Haftzeit einer internen Suchtbehandlung zuzuführen, besondere Berücksichtigung. Mit einbezogen wurden zwei Vorverurteilungen. Die Untersuchung des Angeklagten hatte ergeben, dass er seit Anfang 2014 nach exzessivem Langzeit-Drogenkonsum vermehrt unter Angstzuständen sowie Halluzinationen leide. Zur Vermeidung weiterer Straftaten hielt der Sachverständige eine medikamentöse Dauerbehandlung des Cellers innerhalb und nach der Haftzeit für unabdingbar.

Zu den Tatvorwürfen selbst hatte der Angeklagte vor Gericht ausgeführt, sich am Geschehen nicht aktiv beteiligt zu haben. Während er bei einem weiteren, bereits abgeurteilten Raubüberfall aus derselben Tatnacht der „Impulsgeber“ gewesen sei, habe er beim angeklagten Vorfall nur aus der Distanz zugeschaut, hieß es. Nach Beweislage hatte einer seiner inzwischen rechtskräftig verurteilten 19 und 20 Jahre alten Begleiter ein aus der Sparkasse am Großen Plan kommendes Zufallsopfer mittels eines Tritts vom Fahrrad geholt und dem am Boden Liegenden gewaltsam 50 Euro und ein Handy entwendet. Den Angaben des 22-jährigen Geschädigten zufolge, waren drei Personen an der Tat beteiligt. Während er von zwei Männern festgehalten und abgesucht worden sei, habe ein Dritter mehrmals auf ihn eingetreten, hatte es in dem Verfahren geheißen.

Bezüglich der Tatbeteiligung traf das Gericht die Feststellung, dass der Angeklagte bis auf mögliche Tritte gegen das Opfer eine „untergeordnete Rolle“ gespielt habe. Dafür spreche unter anderem, dass Polizeibeamte die Beute ausschließlich bei den Mittätern sichergestellt hätten, hieß es. Beim Angeklagten habe man lediglich 4,46 Euro gefunden.

Von Anke Prause