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Blaulicht 2475 Euro Geldstrafe für Celler Berufs-Fahrer ohne Führerschein
Celle Blaulicht 2475 Euro Geldstrafe für Celler Berufs-Fahrer ohne Führerschein
09:33 02.10.2015
Celle Stadt

Grund für die richterliche Milde waren nachvollziehbar geschilderte Lebensumstände und aufrichtige Reue des Geständigen. „In sieben Jahren beruflicher Perspektivlosigkeit habe ich wie vor einer Wand gestanden, als ich im Sommer 2011 endlich wieder einen Job fand“, gab P. mit zittriger Stimme zu Gerichtsprotokoll. Nach dreiwöchiger Probezeit und anfänglicher Tätigkeit als Beifahrer habe er zu seiner Überraschung einen eigenen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen. Diesen habe er ausschließlich für die Arbeit genutzt, sagte der Angeklagte. Aus Angst, den Job wieder zu verlieren, habe er sich damals auch vor dem Hintergrund hoher Verschuldung nicht getraut, gegenüber seinem Arbeitgeber den etwa fünf Jahre zuvor mittels Strafbefehl erfolgten Entzug seiner Fahrerlaubnis anzuzeigen. Der Führerschein als solcher sei in seinem Besitz geblieben und "abhanden gekommen", hieß es.

Anstatt den seinerzeit an Eides statt als „verloren“ gemeldeten und in 2008 unter der Sitzbank seines Pkws wieder gefundenen „Lappen“ beim Straßenverkehrsamt abzugeben, hatte P. ihn seinem neuen Chef vorgelegt. Eigenen Angaben zufolge hatte er kein Geld für einen neuen Führerschein und war in knapp drei Jahren seiner Beschäftigung täglich und in ständiger Angst vor Entdeckung mit dem Firmenwagen durch Niedersachsen gefahren. Dem hatte ein anonymer Anruf bei der Polizei ein Ende bereitet. In Verkehrskontrollen war der gelernte Handwerker nie geraten. Dem Gericht wichtig war jedoch nicht das Ordentlich-Autofahren-Können, sondern das „Dürfen“.

Von Anke Prause