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Blaulicht 3600 Euro Strafe für Celler Autoknacker
Celle Blaulicht 3600 Euro Strafe für Celler Autoknacker
16:48 02.01.2017
Celle Stadt

Bis zuletzt wies der Angeklagte von sich, in der Tatnacht die Beifahrerscheibe des Pkws seines damals frisch getrennten Ex eingeschlagen und einen Seitenspiegel eingetreten zu haben. Eigenen Ausführungen zufolge hatte er sich bloß an einer Bierflasche verletzt und diese zu Boden geschleudert. Nicht er sondern ein Dritter habe das vor einem Celler Mehrfamilienhaus geparkte Auto aufgeknackt. Nach vergeblichem Klingeln sei er enttäuscht gewesen und weg gefahren, hieß es.

Freunde des 26-jährigen Geschädigten hatten am ersten Prozesstag ausgesagt, dass L. mitten in der Nacht "Sturm geklingelt", sie als "elendige Bastarde" betitelt und ihnen gedroht habe. Am zweiten Verhandlungstag bestätigte ein persönlich Unbeteiligter, dass L. unmittelbar vor dem Autoaufbruch im Treppenhaus randaliert und herumgepöbelt habe. Etwa zwei Minuten später will der Zeuge splitterndes Glas vernommen und eine Person in einem der abgestellten Autos beobachtet haben.

Laut Verteidiger hatte der Geschädigte bei der Anzeige nicht das Fehlen von Seitenscheibe und Bargeld angegeben, sondern lediglich von Sachbeschädigung am Außenspiegel berichtet. Obwohl kein Zeuge in der stockdunklen Tatnacht das Gesicht des Autoknackers gesehen hat, hatten Staatsanwaltschaft und Gericht keinen Zweifel an der Schuld des mehrfach Vorbestraften. "Die Aufgebrachtheit des damals bitter enttäuschten L. passt zur Tat", hieß es unter anderem in der Urteilsbegründung. Der enge räumliche und zeitliche Zusammenhang schließe einen Dritten als Täter aus.

Von Anke Prause