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Blaulicht 600 Euro Strafe für Faustschläge gegen Celler Nachbarn
Celle Blaulicht 600 Euro Strafe für Faustschläge gegen Celler Nachbarn
16:34 03.07.2014
Celle Stadt

„Ich beziehe kein Arbeitslosengeld und lebe von kirchlichen Zuwendungen", sagte der wohnungslose Angeklagte. Das Gericht stelle derartigen „Typen“ einen Freibrief zur Fortführung der Schnüffelei aus, hieß es in seiner Stellungnahme. Die Tatvorwürfe seien „überhaupt gar nicht wahr“. Er habe sich bloß gegen eine spontane Attacke des 68-Jährigen mit einem Einkaufskorb zur Wehr gesetzt. Bei diesem handele es sich nachweislich um ein intrigantes, ehemaliges Stasi-Mitglied, das zudem auch schon mal seine Schwester beleidigt habe, so der Arbeitslose.

Der Geschädigte habe sich in der Vergangenheit neben anderweitigen Verrats wiederholt an seinem und den Briefkasten anderer Bewohner des Mehrfamilienhauses zu schaffen gemacht, behauptete der 53-Jährige. Die geöffnete und gelesene Post sei ihm dann im Doppelumschlag erneut zugesandt worden, so der Familienvater. Zur Beweisaufnahme legte er dem Gericht ein beschriftetes Couvert in geöffnetem Umschlag vor.

Am Vormittag des 9. Januar sei er in den Keller gegangen, wo sein Nachbar gerade Flaschen und Papiere sortiert habe, berichtete der Angeklagte. Nach kurzem Wortwechsel habe dieser plötzlich mit dem Korb ausgeholt. Die Schläge seien nicht gegen das Opfer, sondern gegen dessen Angriffsmittel gerichtet gewesen. Er wisse nicht mehr, ob er Korb oder Kopf getroffen habe.

Aus Angst vor Übergriffen war das Opfer in Begleitung zweier Sicherheitsbeamter zum Prozess erschienen. Der Angeklagte sei möglicherweise krank und hoch impulsiv, so der Rentner. Am Tag der Attacke sei der Nachbar nämlich unverhofft mit erhobener Faust auf ihn zu gekommen und habe ihn gefragt, wann er endlich ausziehe. Dann habe es auch schon Schläge gehagelt, gegen die er sich ausschließlich durch Abwenden gewehrt habe.

Hilfeschreie des Opfers hatten Ehefrau, Nachbarin und Polizeibeamte auf den Plan gerufen. Da das Dementi des Angeklagten durch Zeugenaussagen widerlegt werden konnte, glaubte das Gericht den Angaben des Opfers. Wie eine der ermittelnden Polizistin aussagte, hatte der Angeklagte nichts von einer Korb-Attacke berichtet.

Von cz