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Blaulicht Amtsgericht Celle: 1500 Euro Strafe nach Beiß-Attacke auf Freundin
Celle Blaulicht Amtsgericht Celle: 1500 Euro Strafe nach Beiß-Attacke auf Freundin
18:36 18.10.2016
Quelle: Bayer Vital GmbH (Iberogast®)
Celle Stadt

Die Frau hatte Schmerzen und Biss-Abdrücke davongetragen. Jetzt wurde der Fall am Celler Amtsgericht verhandelt. Der Bewährungsversager muss wegen begangener Körperverletzung 1500 Euro Strafe zahlen.

Der Angeklagte hatte vor Gericht für die Beißattacke eine logisch klingende Erklärung. Seinen Ausführungen zufolge hatte sich seine damalige Freundin im Verlauf der Konfrontation mit zwei Gläsern „bewaffnet“, die er ihr habe wegnehmen wollen. „Ich wollte, dass sie die Gläser loslässt“, lautete seine Aussage.

Nach Anzeige durch die Geschädigte soll er vier Tage nach dem Vorfall Gegenanzeige erstattet haben. Als Grund soll er angegeben haben, zuvor selbst Opfer von Übergriffen durch die spätere Geschädigte geworden zu sein, ehe er zugebissen habe. Sie habe ihm nämlich sein Handgelenk umgedreht und ihn gebissen.

Auch Streitigkeiten um ein Mobiltelefon sollen am Tatabend eine Rolle gespielt haben. Laut Anklage hatte L. seiner damaligen Freundin ihr Handy weggenommen und sie über mehrere Stunden eingeschlossen, um ungestört ihre Nachrichten lesen zu können. Die Geschädigte führte dazu aus, dass er in der Beziehung oft eifersüchtig, beleidigend und zudem auch noch cholerisch gewesen sei.

Bei Kleinigkeiten sei er ausgerastet und habe Psychoterror veranstaltet. Sie habe ihn nicht gebissen, sondern zu einer Therapie motivieren wollen. Später habe sie sich mit ihm versöhnt und die Anzeige zurückziehen wollen, so die Pflegerin aus dem Nordkreis.

Eine Nachbarin von L. hatte als Zeugin ausgesagt, damals dessen aus seiner Wohnung geflüchtete und in Tränen aufgelöste Lebensgefährtin kurzzeitig bei sich aufgenommen zu haben. Deren verletzter Oberarm habe deutliche Zahnabdrücke erkennen lassen, hieß es von der 21-Jährigen. Beim Angeklagten hatte insbesondere der Strafprozess nachhaltige Eindrücke hinterlassen. Der Auszubildende, der gerade dabei ist, sein Leben zu ordnen, bat um Verhängung hoher Geldstrafe statt Freiheitsentzug hinter Gittern.

Von Anke Prause