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Blaulicht Amtsgericht Celle: Vier Monate Haft für Gassi-Gehen ohne Leine
Celle Blaulicht Amtsgericht Celle: Vier Monate Haft für Gassi-Gehen ohne Leine
17:06 27.12.2016
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Das Brisante an diesem Vorfall: Anfang 2014 bescheinigte der Landkreis dem 46-Jährigen, dass von seinem Hund eine Gefahr ausgehe und das Tiere immer Leine und Maulkorb brauche. „Leinenpflicht“ wäre in der Tatnacht auch für K. angesagt gewesen. Ehe sein Hund zugeschnappt hatte, war er nämlich beleidigend auf die 67-Jährige losgegangen und hatte sie zu Boden gestoßen.

K. legte vor Gericht ein Teilgeständnis ab. Nach einer Auseinandersetzung beider Vierbeiner auf einer Wiese habe die Zeugin den unglücklichen Vorfall selbst herbeigeführt, ließ er im Prozess verlauten. Anstatt nämlich danach seine Nähe zu meiden und nach Hause zu gehen, habe sie damals stundenlang vor seinem Grundstück gestanden und ihn zur Rede gestellt. Normalerweise befinde sich um halb drei Uhr nachts niemand mehr auf der Straße, weshalb er seinen Hund ohne Leine nach Hause geführt habe. Nach Erspähen sei der Vierbeiner vorgelaufen und habe an der Frau geschnüffelt.

Daraufhin habe die Geschädigte die Arme hochgerissen, weshalb der Hund reflexartig zugebissen habe, so der Unternehmer. Dank des intensiven Eigen-Trainings gehe sein friedfertiger Hund jetzt nicht mehr auf dunkelhäutige, sondern nur noch auf schwarz gekleidete und uniformierte Personen los, hieß es. Das Opfer leidet bis heute an den Folgen der Bissattacke. „Ich hatte damals bloß auf K. gewartet, um ihn an Leinenpflicht zu erinnern“, sagte die Zeugin aus. Im Gespräch habe er sie als „blöd“ bezeichnet und zu Fall gebracht. Dann sei der Hund hinter ihm hervorgekommen und habe zugebissen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, ein mehrjähriges Hundehaltungsverbot gegen den unter anderem wegen eines ähnlichen Vorfalls vorbestraften K. zu verhängen. Er sei ungeeignet, hieß es. Das Gericht verhängt eine Haftstrafe statt der üblichen Geldauflage. „Verstoß gegen Hundehaltungsauflagen“, lautete es im Urteil. Anstatt nämlich der gerichtlich auferlegten Erlaubnispflicht nachzukommen, hat der Bewährungsbrecher den bissigen Hund bereits einmal in Täuschungsabsicht als „abgegeben“ gemeldet und inzwischen mehrmals mit dem Tier Wohnort sowie den zuständigen Landkreis gewechselt.

Von Anke Prause