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Blaulicht Amtsrichter verhängt satte "Nachzahlung" für Celler Mietnomaden
Celle Blaulicht Amtsrichter verhängt satte "Nachzahlung" für Celler Mietnomaden
14:36 27.05.2014
Celle Stadt

Den Zahlungen von Miete und Abstand für eine von der Vormieterin übernommene Einbauküche im Wert von 6000 Euro hätten berufliche Schwierigkeiten und mehrere Zwangsvollstreckungen im Weg gestanden, gestand der Angeklagte. Davon habe seine Freundin nichts gewusst. Außerdem sei die Küche zum Teil defekt gewesen. Nach erfolgtem Vorstellungsgespräch und in der Hoffnung auf einen neuen Job sowie auf Auszahlung einer fälligen Versicherungssumme habe er „Zeit schinden“ und die ausstehenden Zahlungen nachträglich leisten wollen. Lediglich zu diesem Zweck habe er im Oktober 2012 ein gefälschtes Schriftstück aufgesetzt und so den Aufschub einer unmittelbar bevorstehenden Zwangsvollstreckung erwirkt.Als „kreative Prosa“ bezeichnete der Strafrichter den vom Angeklagten gefertigten Schriftsatz. Darin hatte er eine Erklärung seines vermeintlichen Arbeitgebers an seine eigene Person abgegeben, ihm seitens des Unternehmens ein Gehaltsdarlehen in Höhe von 3000 Euro zu gewähren. Die Beweisaufnahme hatte im Nachhinein ergeben, dass der Angeklagte zu seiner Zeit gar keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen war.„Mein Freund ist damals immer jeden Morgen zur selben Uhrzeit aus dem Haus gegangen und abends erst wiedergekommen“, sagte die Mitangeklagte. Sie habe gedacht, dass der Gelegenheitsarbeiter einer geregelten Tätigkeit nachgehe. In Wahrheit soll er sich jeden Tag stundenlang in Videotheken aufgehalten haben. Weder vom Ausbleiben der vereinbarten Abstandszahlungen in sechs monatlichen Raten für die Küche noch von den Mietrückständen will die Hartz-IV-Empfängerin Kenntnis gehabt haben. Sie habe ihrem finanzverwaltenden Freund „blind vertraut“.

Von Anke Prause