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Blaulicht Attacke auf Rentner: Kripo nahm Celler in Minden fest
Celle Blaulicht Attacke auf Rentner: Kripo nahm Celler in Minden fest
04:08 16.02.2018
Celle Stadt

Das Landgericht Lüneburg muss sich mit einem Fall von Gewaltkriminalität beschäftigen, der fassungslos macht. Am Donnerstagmorgen führten Justizwachtmeister einen hageren Mann in den Sitzungssaal und lösten die Handschellen. Danach besprach der 28-Jährige nachdenklich letzte Details mit seinem Verteidiger. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Franz Kompisch sieht sich der Herausforderung einer Strafsache gegenüber, deren Protagonisten aus einem Milieu stammen, die mehrheitlich den Halt unter den Füßen verloren haben.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Celler versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung zur Last. Der Beschuldigte war Dauergast in der Wohnung eines 77-Jährigen in der Bernstorffstraße. Am 31. August soll er den Rentner nach einem Streit angegriffen und massiv gegen Kopf und Oberkörper getreten haben. N ach dem Notruf eines Bekannten fanden Polizisten den Geschädigten am späten Abend röchelnd und mit starken Schwellungen im Gesicht im Schlafzimmer auf dem Boden liegend. Im Krankenhaus wurde der Verletzte mehrere Stunden notoperiert. Die Ärzte versetzten ihn in ein künstliches Koma. Eine Hirnblutung, daneben eine Vielzahl von Frakturen und Hämatomen über den Körper verteilt, vermerkte die Rechtsmedizin. Seit dem Übergriff ist der Senior auf fremde Hilfe angewiesen.

Es ist nicht der einzige Übergriff, der in am Landgericht auf der Tagesordnung steht. Ebenfalls im August soll der Tatverdächtige einen Kumpel mit einer Gehstütze verprügelt haben. Dieser gab sich bei seiner gerichtlichen Vernehmung zugeknöpft. Richter Kompisch durchkreuzte die Taktik und kramte ein langes Protokoll hervor. „Der dreht einfach durch“, notierte die Kripo. Der 29-Jährige verwandelte die Feststellung in Saal 21 in „manchmal aufbrausend“.

Eine Sondereinheit der Celler Kripo stöberte den Angeklagten Anfang September in einer Hochhaussiedlung im westfälischen Minden auf. Ein Beamter, der ihm Handschellen anlegte, notierte die Angabe „Ich bin auf ihm herumgesprungen, habe es getan.“ Deutet das auf ein Geständnis der vorgeworfenen Tat hin? Oder geht es um etwas anderes? Was verbirgt sich hinter der Bemerkung, dass Rechtsradikale und Rocker in der Bernstorffstraße herumlungerten? Der Vorsitzenden hakte nach und reagierte mit spürbarer Verärgerung, dass der Fahnder nicht weiter nachforschte.

Ein 53 Jahre alter Fliesenleger berichtete, dass beim Geschädigten ein illustrer Kreis von Personen ein und ausging, im Garten grillte und viel Alkohol konsumierte. „Ich weiß von den Leuten, die da so kamen, nicht viel“. Das Opfer beschrieb er als hilfsbereit und gutmütig.

Es ist nicht leicht, die Lebensgeschichte des Tatverdächtigen zu rekonstruieren. Das Führungszeugnis listete zwischen 2014 und 2015 sechs Vorstrafen auf. Beleidigung, Diebstahl und gefährliche Körperverletzung. Der Verteidiger erklärte, dass sein Mandant die Aussage verweigert. Nun wird die 4. Große Strafkammer der Wahrheit wohl bis Mitte März durch einen Indizienprozess näherkommen.

Von Benjamin Reimers

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