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Blaulicht "Bahnanlagen sind kein Spielplatz"
Celle Blaulicht "Bahnanlagen sind kein Spielplatz"
18:15 25.10.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Ein Brennpunkt in Celle ist die Bahnstrecke in der Nähe des Vorwerker Talwegs. "Hier haben wir in den vergangenen Monaten zwischen der Brücke und dem Silbersee eine Zunahme der Fälle festgestellt, in denen Kinder an den Bahnanlagen spielen, Gegenstände auf die Schienen legen oder sogar Züge mit Steinen bewerfen", berichtet Wiechmann. Habe die Celler Polizei in der Vergangenheit um die drei bis vier Vorfälle an der Strecke pro Jahr registriert, so habe es allein von Sommer bis jetzt acht Meldungen spielender Kinder gegeben. Die Dunkelziffer sei noch erheblich höher.

Steinstaub und Steine, die sich von denen im Gleisbett deutlich unterscheiden, seien Indizien dafür, dass die Kinder hier mit ihrem eigenen Leben und dem anderer leichtsinnig umgehen. "In Stade wurde eine 18 Jahre alte Frau verletzt, als ein Zug mit Steinen beworfen wurde. Wir wollen nicht, dass so etwas auch in Celle passiert", so Moors. Und Wiechmann deutet an, dass die Zunahme der Fälle in der Nähe des Talwegs möglicherweise auch etwas mit den zugezogenen Flüchtlingen zu tun haben könnte, die in dem Vorwerker Viertel untergekommen sind. "Wir haben Angst, dass Kinder zu Schaden kommen, aber wir bekommen die Botschaft nicht an sie heran und auch nicht an die Eltern, vielleicht, weil sie nicht so gut Deutsch sprechen", sagt Wiechmann.

Im Gegensatz zu seiner eigenen Kindheit habe sich die Situation an den Bahnanlagen deutlich verändert. "Die Züge sind viel schneller geworden und die IC und ICE sind so leise, die können die Kinder erst hören, wenn es schon fast zu spät ist", so Wiechmann. Und Moors ergänzt: "Außerdem wird die Sogwirkung der Züge, gerade auch der Güterzüge, unterschätzt. Gleiches gilt für die Oberleitungen. Da sind 15.000 Volt drauf. Bei feuchter Witterung kann der Strom bis zu 1,5 Meter springen und leichtsinnige Jugendliche verletzen, die die Masten hinauf klettern und dabei gar nicht die Oberleitung berühren. Solche Vorfälle gab es leider schon."

Weitere "beliebte Spielplätze" in Celle seien der Bahnübergang Dasselsbrucher Straße und die Gleisanlagen bei "Real". Dort würden immer wieder Menschen die Schienen überqueren, um den Weg zum Einkaufszentrum zu verringern – eine Abkürzung in den Tod. "Wenn dort der Maschendrahtzaun ausgebessert wird, ist kurze Zeit später schon wieder ein Loch drin", erzählt Moors.