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Blaulicht Bissiger Streit unter Celler Hundehalterinnen endet mit Freispruch
Celle Blaulicht Bissiger Streit unter Celler Hundehalterinnen endet mit Freispruch
04:14 07.08.2018
Celle Stadt

Opfer der vermeintlichen Attacke war eine 68-Jährige. Sie gab zu Protokoll, mit ihrem angeleinten Hund auf einer Feldstraße spazieren gegangen zu sein, als ihr die mutmaßliche Angreiferin auf der anderen Straßenseite mit Fahrrad und unangeleintem Hund entgegen gekommen sei. Zur Sicherheit habe sie die heran Nahende gebeten, ihren Hund an die Leine zu nehmen. „Das brauche ich nicht, der ist ausgebildet“, soll diese erwidert und ihren Hund weiterhin an ihrer Seite frei laufen gelassen haben. Da habe die ältere Frau ihren Hund ebenfalls abgeleint. Während die Hunde gespielt hätten, sei die Angeklagte nach Abstellen ihres Rades schimpfend auf sie zu gegangen und habe sie mit beiden Händen vor den Brustkorb gestoßen und nach hinten geschubst, schilderte die 68-Jährige. Durch Sturz auf die Hüfte hatte sie sich Schmerzen und mehrere Blutergüsse zugezogen.

„Nach dem Losbinden hatte sich der Hund der Geschädigten direkt von hinten auf meinen gestürzt“, sagte die Angeklagte. Ein Wortwechsel mit dem Opfer habe gar nicht stattgefunden. Vielmehr habe sie sich sofort um die Hunde gekümmert, indem sie vom Rad gesprungen sei und es zwischen die kämpfenden Vierbeiner gestoßen habe, um diese zu trennen. Der Geschädigten habe sie kein Haar gekrümmt. Natürlich sei sie „sauer“ gewesen. Schließlich habe die Geschädigte mit ihrem Verhalten erst das Aufeinandertreffen der Hunde und die daraus resultierten Folgen herbei geführt, hieß es.

Die detailreiche Beweisaufnahme ließ am Ende den Rückschluss zu, dass sich anstatt der Vierbeiner vielmehr deren Halterinnen ineinander „verbissen“ haben. Den Angaben beider Parteien zufolge soll es nämlich bereits in der Vergangenheit zwei Begegnungen mit Streit gegeben haben.

Von Anke Prause