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Blaulicht Blutiger Angriff auf 22-Jährige - Widersprüche zum Prozessauftakt
Celle Blaulicht Blutiger Angriff auf 22-Jährige - Widersprüche zum Prozessauftakt
16:55 26.04.2018
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Friso Gentsch
Celle

Gegenüber der Mordkommission gab der Festgenommene an, erst 17 Jahre alt zu sein. Das machte die Beamten stutzig und sie gaben ein anthropologisches Gutachten in Auftrag. Ergebnis: Der Verdächtige war zum Tatzeitpunkt mindestens 26 Jahre alt. Vor Gericht präsentierte er allerdings drei Geburtsdaten, die alle zwischen 1999 und 2000 lagen. Danach verkündete der Verteidiger, dass sein Mandant "zur Zeit" die Aussage verweigert.

Mit der Verlobten und drei weiteren Pärchen hatte der Tatabend mit einer Party in der Diskothek „Vanity“ begonnen. Später trafen das Opfer und der mutmaßliche Täter zum ersten Mal aufeinander. Der 26-Jährige soll die Frau "aggressiv angetanzt" haben. Als die Tanzbar vorzeitig wegen einer Massenschlägerei gegen Mitternacht schloss, zog die Gruppe weiter ins „Treff 16“ – der Afrikaner folgte.

Kurz nach 6 Uhr verließen die Freundinnen die Gaststätte. Der Tatverdächtigte ging hinterher. Auf der Straße kam es zum Streit. Als sich der Mann erneut näherte, habe die 22-Jährige ihn zurückgestoßen. Die Ereignisse eskalierten. "Ich sah, wie der Angeklagte eine grüne Bierflasche zerschlug, mit dem scharfkantigen Teil auf mich zurannte und es mir mit voller Wucht zweimal in den Hals stieß". Noch heute leide die Frau unter der Tat. "Ich schlafe nicht mehr richtig und fahre wegen Angst vor Menschenansammlungen nicht mehr mit dem Bus", gab die Frau zu Protokoll. Die Richter blieben nicht ohne Grund skeptisch. Die Cellerin ist wegen Körperverletzung vorbestraft.

Die Schilderungen der 20-Jährigen Verlobten brachten den Vorsitzenden Richter Franz Kompisch auf die Palme. "Es reicht langsam. Es stimmt kein Stück überein, was Sie uns erzählen" Die Pflegassistentin brach zusammen, konnte nur noch mit tränenerstickter Stimme fortfahren. "Ich weiß, dass er mehrere weibliche Gäste bis in die Waschräume und die Toiletten verfolgte." Wichtige Details zum Tatgeschehen erfuhr die Kammer nicht. Die Zeugin habe für die am Boden liegende Partnerin den Krankenwagen gerufen. Bei dem mitgeschnittenen Telefonat mit der Rettungsleitstelle war die Rede von einem Wurfgeschoss, das auf die Lebensgefährtin niedergegangen sein soll.

Kripobeamte fanden in der Nähe des Tatorts an einen Baum drapiert die Scherben eines braunen Trinkgefäßes mit Blutspuren. Fingerabdrückte ließen sich nicht mehr finden. War das die Tatwaffe? Wenn ja, wie und durch wen gelangte sie dorthin?

Als der Beschuldigte einen Tag später auf dem Revier in der Jägerstraße auftauchte und den Verlust seiner Geldbörse anzeigte, klickten die Handschellen. Ein Beamter aus dem Ermittler-Team beschrieb die ihm gegenübersitzende Person mit den Worten "dramatisch weinerlich". Der Mann habe ausgesagt, dass ihn mehrere Mädchen verbal bedrängt hätten und mit einer Flasche schlagen wollten. "Er rannte weg, suchte die Nacht Schutz in einem Gebüsch im nahegelegen Park", so der Fahnder.

Die Akten lassen zwei unabhängige Zeugen zur Wort kommen, die den Verlauf der Ereignisse ähnlich schildern. Eine Anwohnerin bemerkte eine Frau mit langen schwarzen Haaren "und türkischem Aussehen", die einen dunkelhäutigen Mann anging. Nicht weniger unwichtig ist die Beobachtung eines Gastwirts. Eine Dame sei mit einer klaren Ansage in den frühen Morgenstunden auf ihn zugestürmt: "Wenn das nicht bald aufhört, prügele ich ihn aus dem Laden." Derzeit ist völlig offen, wer dem Opfer die schwere Verletzung zufügte. Der Prozess geht Mitte Mai weiter.

Von Benjamin Reimers

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