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Blaulicht Bombendrohung in Winsen: Ratssitzung abgebrochen
Celle Blaulicht Bombendrohung in Winsen: Ratssitzung abgebrochen
22:03 27.10.2016
Von Simon Ziegler
Ein anonymer Anrufer drohte damit, das Groode Hus in die Luft zu sprengen. Die Polizei setzte Sprengstoffhunde ein. Quelle: Anne Friesenborg
Winsen (Aller)

Dem Vernehmen nach hatte sich ein anonymer Anrufer bei der Polizei gemeldet. Er soll gesagt haben, dass er eine Bombe deponiert habe und alles in die Luft jagen werde. Die Polizei forderte Sprengstoffhunde an, um das Areal zu durchsuchen. Die angrenzenden Wohnhäuser wurden nicht evakuiert.

In der Sitzung des Gemeinderates fand gerade die Einwohnerfragestunde statt, als Polizisten wenige Minuten nach 19 Uhr an die Tür hämmerten. Die rund 70 Personen verließen daraufhin ruhig und besonnen das Gebäude. Viele mussten später zu Fuß nach Hause gehen, weil auch der Parkplatz vor dem Kalandhof nicht mehr betreten werden durfte.

Am späten Abend durchsuchten zwei Sprengstoffhunde das Groode Hus. Bis Redaktionsschluss hatten sie nicht auf verdächtige Substanzen angeschlagen.

Überlegungen, wonach die Sitzung des Winser Gemeinderates an einem anderen Ort fortgesetzt werden könnte, wurden schnell verworfen. "Das geht nicht. Unsere Unterlagen haben wir alle im Grooden Hus gelassen", sagte Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann.

Mehrere Politiker äußerten die Vermutung, dass die Bombendrohung im Zusammenhang mit der Tagesordnung der Sitzung stehen könnte. Der Rat wollte eine Entscheidung zur Zukunft des Hauptschulareals treffen – ein Thema, das in Winsen sehr emotional diskutiert wird. Allerdings soll der anonyme Anrufer sich nach CZ-Informationen auch fremdenfeindlich geäußert haben. Wie das mit der Diskussion um die Hauptschule zusammenpassen könnte, ist völlig unklar.

Pikant ist, dass es die letzte Sitzung des alten Gremiums war, bevor sich in der kommenden Woche der neue Rat konstituiert. Nach dem 1. November darf der alte Rat nicht mehr zusammenkommen. Um eine weitere Sitzung einzuberufen, braucht es aber eine Ladungsfrist von einer Woche. Oelmann kündigte noch am Abend an, am Freitag das Gespräch mit der Kommunalaufsicht zu suchen, um per Ausnahmegenehmigung die Sitzung am Montag, 31. Oktober, zu wiederholen. Politiker aller Parteien zeigten sich schockiert von den Ereignissen. Für Julius Krizsan sollte es nach Jahrzehnten in der Politik die allerletzte Sitzung sein. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte er.