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Blaulicht Celle als Hochburg der Einbrecher? Polizei widerspricht Internetstudie
Celle Blaulicht Celle als Hochburg der Einbrecher? Polizei widerspricht Internetstudie
16:05 06.01.2014
Von Christopher Menge
Einbrecher nutzen oft die Dunkelheit. - Die Celler sollten daher Fenster und Türen sichern. Quelle: Andreas Gebert
Celle Stadt

Celle ist eine Einbruchshochburg – so das Ergebnis der 120-Städte-Studie des Internetportals preisvergleich.de. Die Herzogstadt landet in der Statistik mit 168 Einbrüchen im Jahr 2012 auf dem 46. Platz. Polizeisprecher Guido Koch widerspricht der Studie. „Die ist mit Vorsicht zu genießen“, so Koch, „die haben da einige Schätzungen drin.“ Dass es in der vergangenen Zeit mehr Einbrüche gegeben habe, liege an der Jahreszeit. „Die Täter nutzen die Dunkelheit, um nicht gesehen zu werden“, sagt Koch, „das ist aber schon immer so gewesen. Insgesamt haben wir in Celle von 2011 zu 2012 einen Rückgang der Einbrüche um knapp zehn Prozent.“

Für 2013 geht Koch von einem weiteren deutlichen Rückgang aus. „Wir haben Arbeitsgruppen eingerichtet und versuchen, die Celler vorher auf Gefahren aufmerksam zu machen“, sagt Koch. So hätten Kontaktbeamte unter anderem Flyer verteilt und Anwohner beispielsweise auf ein gekipptes Fenster hingewiesen. Unmittelbare Nachbarschaftsbefragungen innerhalb von 24 Stunden nach einem Einbruch hätten außerdem dazu geführt, dass Täter schneller ermittelt werden konnten. „Wenn die unseren Atem spüren, neigen sie nicht zu einer Wiederholungstat“, sagt Koch. Die Aufklärungsquote stieg 2012 auf 30,49 Prozent.

Auch, weil es in Celle bei Einbrüchen – 352 erfasste Fälle in 2012 – keinen Hinweis auf Bandenkriminalität gibt. „Wenn ausländische Banden zuschlagen würden, wären die schnell verschwunden“, weiß Koch. „Dass die Aufklärungsquote dennoch geringer als bei anderen Straftaten ist, liegt daran, dass es meistens keine Zeugen gibt.“

Daher rät die Polizei, sich trotz des Rückgangs von Einbrüchen zu schützen. „In weit über 80 Prozent der Fälle werden Terrassentüren und Fenster ausgehebelt“, sagt Koch. Insbesondere bei Terrassentüren und Fenstern, die 15 Jahre und älter sind, sollten zusätzliche Schlösser beziehungsweise Sicherungen angebracht werden. „Durch selbst montierbare Winkel können Fenster schon gesichert werden“, sagt Koch, „zwei solcher Winkel sind bereits für knapp 40 Euro zu bekommen.“ Terrassentüren und Fenster, die häufig geöffnet werden, sollten durch Fenstergriffe gesichert werden, die nicht nur abschließbar sind, sondern über einen zusätzlichen Verriegelungsmechanismus verfügen.

Denn egal, ob Celle eine Einbruchshochburg ist oder nicht – schützen sollte man sich, damit Einbrecher keine Chance auf Beute in Celle haben.