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Blaulicht Celler Drogenhändler vor Gericht
Celle Blaulicht Celler Drogenhändler vor Gericht
16:20 30.12.2016
Vor dem Landgericht Lüneburg müssen sich zwei Celler wegen Drogenhandels verantworten. Beide sind bereits vorbestraft. Quelle: Philipp Schulze
Celle Stadt

Gefasst wirken die beiden Angeklagten, als die Staatsanwältin vorliest, wofür sie beschuldigt werden: Wegen Drogenhandels und Waffenbesitz müssen sich zwei Celler vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Ein Prozedere, dass den beiden mehrfach Vorbestraften bekannt sein dürfte. Es erklärt vermutlich auch die Ruhe, die sie ausstrahlen, als Richterin Silja Precht minutenlang ihre zahlreichen Straftaten auflistet. Neben Betrug, Nötigung, Körperverletzung und weiteren Straftaten droht nun auch Drogenhandel mit einer mehrjährigen Haftstrafe in ihren Akten vermerkt zu werden.

Den beiden Angeklagten im Alter von 49 und 60 Jahren wird unter anderem vorgeworfen, in Celle Heroin verkauft zu haben. Dabei soll der Jüngere zwei Mal zum Kauf der Drogen nach Hannover gefahren sein. Bei seinen beiden "Einkaufstouren" habe er Rauschgift im Wert von über 10.000 gekauft, so die Staatsanwaltschaft.

Nach der ersten Hannover-Heroin-Fahrt habe er die Drogen in seiner Wohnung gelagert und weiterverkauft. Dabei fanden Polizisten in seiner Wohnung neben den Rauschmitteln, auch einen Schlagring, der griffbereit im Wohnzimmer gelegen habe. Bei seiner zweiten Beschaffungsfahrt hatte der Beschuldigte außerdem ein Samurai-Schwert im Kofferraum seines Autos dabei. Zum Schutz vor einem Verwandten, wie er erklärt.

Nachdem er zum zweiten Mal in Hannover Drogen gekauft hatte, wurde er auf der Rückfahrt nach Celle von der Polizei geschnappt. Die Beamten stellte die Drogen, das Samurai-Schwert sowie das Auto des Beschuldigten sicher.

Der ältere der beiden Beschuldigten ist wegen Beihilfe zur Tat angeklagt. Er soll seinem jüngeren Partner beim Rauschgifthandel geholfen haben. So habe er sich bereit erklärt, die Wohnung zu bewachen, während sein Komplize nach Hannover reiste, um Heroin an potenzielle Kunden zu verkaufen. Denn der jüngere Angeklagte habe befürchtet, dass während seiner Abwesenheit andere Personen in seine Wohnung einbrechen und Heroin stehlen könnten. Dies sei in der Vergangenheit bereits passiert. Als Entlohnung für seine Hilfe sollte er etwas von dem Heroin abbekommen.

Beide Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung droht den mehrfach Vorbestraften eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Für den Haupttäter sieht das Gesetz sogar fünf bis 15 Jahre Freiheitsstrafe vor.

Die Beschuldigten nutzten nicht die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern. Beide wollten eine Erklärung von ihren Anwälten vorbereiten lassen. Jedoch erklärten ihre Verteidiger, dass sie dazu mehr Zeit benötigten.

Aus diesem Grund wolle man dies auf die nächsten Verhandlungstage verschieben. Stattdessen versuchten die Angeklagten, Richter und die Staatsanwaltschaft sich einvernehmlich zu einigen. Um dabei das weitere Vorgehen zu klären, wurde die Verhandlung für eine Dreiviertelstunde unterbrochen.

Bei der Beratung kam heraus, dass im Falle eines Geständnisses der jüngere Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von etwa drei bis vier Jahren rechnen könne. Dem Älteren winken etwa ein bis zwei Jahre Haft. Auch die Bekanntgabe der möglichen Strafen, ließ die beiden Beschuldigten kalt.

Die Verhandlung soll nun am 18. und 26. Januar fortgesetzt werden. Dann sollen insgesamt sieben Zeugen und zwei Sachverständige sich zu dem Fall äußern.