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Blaulicht Celler Polizei gibt gute Ratschläge
Celle Blaulicht Celler Polizei gibt gute Ratschläge
19:14 09.03.2015
    Oberkommissar Karsten Wiechmann unterhält sich mit einer Bewohnerin über Sicherheit vor Einbrechern. Der Hund bietet dabei eine gute Abschreckung. Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

„Ach“, sagt die ältere Dame zu dem vor ihr stehenden Polizisten, „da sind doch nur zwei Fahrräder drin“. Der Beamte in der auffallend gelben Jacke erklärt ihr, dass zwei Fahrräder viel bedeuten können für jemanden, der gar keines hat. Der Ton dieses Hinweises ist freundlich. Das Gespräch verläuft in einer Weise, als würden hier gute Nachbarn miteinander reden. Es dreht sich um die Tatsache, dass die Garage neben dem Haus zwar geschlossen ist, aber der Schlüssel steckt. Offenbar haben die Worte des Polizisten gefruchtet, denn die Dame geht gleich zur Garage und zieht den Schlüssel ab.

Polizist Karsten Wiechmann ist zufrieden. Er hat wie seine Kollegin Ariane Schwache den Dienstgrad Oberkommissar. Beide gehören zur Polizeiinspektion Celle und gehen heute in Hermannsburg als Kontaktbeamte eine Runde. Dabei sprechen sie Bewohner von Häusern an und machen auf Schwachstellen aufmerksam, die es Einbrechern leicht machen, ins Haus zu gelangen.

Es ist erstaunlich, wie viele gekippte Fenster und offene Garagen zu sehen sind. Wo Schwache und Wiechmann auf solche Risiko-Faktoren stoßen, klingeln sie und versuchen, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Die verlaufen in der Regel in netter Atmosphäre.

Die entsteht schon durch das Auftreten der beiden Kontaktbeamten und ihre Sprache, die sich jedes belehrenden oder gar zurechtweisenden Tonfalls enthält. „Wir wollen ja helfen, die Sicherheit zu erhöhen“, sagt Schwache. Sie habe Spaß bei der Arbeit, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Kollegen ist sie seit gut drei Jahren unterwegs. Sie besuchen auch Kindergärten und Seniorenheime.

In Hermannsburg zeigen die Bürger positive Reaktionen. „Das ist sehr gut, wenn die Polizei hier herumgeht“, urteilt Helmut Ermgassen. Das stärke das Sicherheitsgefühl, meint Helga Schulz. Sie berichtet den Beamten zudem von dubiosen Telefonanrufen. Der Rat lautet, die unbekannten Anrufer lange auszufragen, und dann die Polizei zu informieren. „Trauen Sie sich, uns anzurufen“, fordert Wiechmann auf. Dieser Rat gelte ebenso, wenn sich verdächtig erscheinende Menschen auf dem Grundstück oder dem der Nachbarn zeigen. Nicht den Helden spielen, raten die beiden Oberkommissare, sondern umgehend die Telefonnummer (05141) 277 208 wählen, damit die Polizei schnell tätig werden kann.

Auf ihrem Rundgang treffen die Beamten mehrfach keinen Hausbewohner an, obwohl gekippte Fenster geradezu zum ungebetenen Besuch einladen. Dann schreiben sie Hinweiszettel und stecken sie in den Briefkasten. Eine andere Variante zeigt Wiechmann: „Dieser Zettel könnte der Einbrecher sein“, schreibt er auf das Blatt und kreuzt darauf das Feld „Fenster gekippt“ an. Dann wirft er den Vordruck durch den Spalt am Fenster. Er wird zum Überlegen anregen, sind sich beide Polizeibeamte sicher.

Am späten Nachmittag zieht Wiechmann ein Fazit: „Wir sind sehr zufrieden. Viele Menschen konnten wir zur eigenen Sicherheit sensibilisieren und Mut zusprechen, gegebenenfalls die Polizei zu rufen“.

Von Udo Genth