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Blaulicht Celler hilft beim "Tarnen" von Elektrogeräten
Celle Blaulicht Celler hilft beim "Tarnen" von Elektrogeräten
18:25 18.04.2016
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Für einen 38-jährigen Angeklagten am Celler Amtsgericht stand es kürzlich "auf Messers Schneide", als sich Staatsanwaltschaft und Richterin in letzter Minute auf Verfahrenseinstellung statt Verurteilung einigten. Torsten H. war zunächst ein initiativer Betrugsversuch bei Obi und nach Ende der Beweisführung nur noch eine Beihilfehandlung zu versuchtem Betrug zur Last gelegt worden. Ein "zäh" hervorgebrachtes Geständnis brachte die Wende. Nach einigen Hinweisen des Richters gab der teilgeständige Celler zu, im Juni letzten Jahres als "Mitläufer" agiert zu haben.

Laut Anklage hatte H. damals im Baumarkt mit einem gesondert strafrechtlich verfolgten 39-Jährigen unbezahlte Markenartikel umgepackt und als preisgünstige Ware getarnt zur Kasse gebracht. Zur Ausübung war der Umkarton eines zuvor entnommenen Rasenmähers im Wert von knapp 50 Euro mit diversen Elektroartikeln im Gesamtwert von 1130 Euro bestückt worden. Danach wurde der Karton in der Malerabteilung mit unbezahltem Packband zugeklebt. Als die Kassiererin zur Kontrolle in die geöffnete Umverpackung blickte, waren die Männer aufgeflogen und von einem Ladendetektiv "dingfest gemacht" worden.

"Mein Kumpel hat plötzlich angefangen, Kaufartikel umzupacken", sagte der Angeklagte in dem Prozess. Er selbst habe nach Werkzeug geschaut und den Einkaufswagen geschoben. Weder habe er Schmiere gestanden noch Waren umgeräumt. Vielmehr sei er irgendwann zügig nach draußen vor die Tür gegangen. Sein Begleiter habe ihn nämlich beauftragt, den zugeklebten Tarnkarton zur Kasse zu schieben, gab der gebürtige Celler zu Protokoll. Vom Vorhaben seines inzwischen verurteilten Kumpanen, die versteckten Waren an einen Abnehmer zu verkaufen und den Erlös mit ihm zu teilen, habe er nichts gewusst.

Mit viel Mühe konnte H. das Gericht davon überzeugen, nicht an den Tathandlungen beteiligt gewesen zu sein. "Der Karton wird für besseren Abtransport von Kleinkram benötigt", will er ahnungslos gedacht und keineswegs Handlungen seines Begleiters durch gezieltes Davorstellen abgeschirmt haben. Mehrmals entschuldigte er sich vor Gericht, überhaupt dabeigewesen zu sein. Unter anderem dienten auch die Aufzeichnungen der Videoüberwachung der Entlastung des Wohnungslosen. Laut Vorsitzender gab es darauf nämlich nicht viel zu sehen.

Von Anke Prause