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Blaulicht Cellerin schiebt eigener Tochter Bußgeldverfahren unter
Celle Blaulicht Cellerin schiebt eigener Tochter Bußgeldverfahren unter
13:50 03.03.2017
Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

Der Angeklagte betonte, nichts gemacht und auch nichts gewusst zu haben. Gegen erlassenen Strafbefehl über 675 Euro von September hatte er Widerspruch eingelegt.

Laut der Radarmessung war das Auto des 53-Jährigen fünf Wochen zuvor auf der B 191 mit 25 Kilometern pro Stunde zu viel auf dem Tacho geblitzt worden. Auf dem zugestellten Anhörungsbogen waren mittels gefälschten Unterschriften S. als Fahrzeughalter und seine Tochter als damalige Fahrerin des abgelichteten Wagens aufgeführt worden. Durch das überraschende Schuldeingeständnis sorgte die Ehefrau des Angeklagten für die rasche Aufklärung des Sachverhalts. "Ich wurde damals geblitzt und hatte schon Punkte in Flensburg", sagte die Gleichaltrige. Nach Gespräch mit Freunden habe sie einfach die Tochter angegeben.

Erst als ihr bewusst geworden sei, dass sie durch die falschen Angaben ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihre ahnungslose Tochter eingeleitet hatte, habe sie ihr gedankenloses Vorgehen bereut, sagte die gelernte Pflegerin. Beim Anwalt habe sie der Tochter alles gebeichtet. "Hätte ich gewusst, was das Ganze nach sich zieht, hätte ich einfach die Strafe bezahlt", beteuerte sie. Im Ermittlungsverfahren hatte ein Foto-Abgleich die Identität der zunächst unentdeckt Gebliebenen als damalige "Raserin" zutage gefördert.

Von Anke Prause