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Blaulicht Claude-Oliver Rudolph: Freispruch zweiter Klasse vor Celler Amtsgericht
Celle Blaulicht Claude-Oliver Rudolph: Freispruch zweiter Klasse vor Celler Amtsgericht
16:35 10.12.2013
Von Gunther Meinrenken
Claude-Oliver Rudolph (rechts) und sein Anwalt Nikolaus Krebsbach-Noske nach dem Freispruch zweiter Klasse für den Schauspieler vor dem Celler Amtsgericht. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Im November 2011 hat Claude-Oliver Rudolf Kirsten Astrid K. kennengelernt. Die Steuerberaterin "wollte mein Leben in Ordnung bringen", wie der Schauspieler heute sagt. Doch das genaue Gegenteil war der Fall. Am Ende handelte die nur sechs Monate andauernde Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelte, dem Filmbösewicht eine Anklage ein. Gestern musste sich Rudolph wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Celle verantworten – mit einem Freispruch zweiter Klasse endete der Prozess: Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt, Rudolph hätte gerne einen "sauberen Freispruch" gehabt.

K. hatte behauptet, dass der Schauspieler sie mehrfach misshandelt hat – zwischen Heiligabend 2011 und Mai 2012 insgesamt viermal. Rudolph widersprach: "Die Anzeige von K. ist nur eine Retourkutsche", meinte Rudolph.

Undurchsichtig bis zum Schluss blieb, was sich wirklich abgespielt hatte. Und das lag vor allem daran, dass das vermeintliche Opfer nicht zum Prozess erschienen war. K. hatte dem Gericht mitgeteilt, dass sie wegen Magenblutungen nicht nach Celle kommen könne. Die anderen Zeugen und Rudolph zeichneten ein wenig schmeichelhaftes Bild von K.

Vor allem der Alkoholkonsum lies das vermeintliche Opfer des öfteren aus der Rolle fallen. Nach Angaben von Zeugen, trank sie regelmäßig Wodka und das nicht zu knapp. So auch an Weihnachten 2011 und Neujahr 2012, wo es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll. Rudolph soll seine Lebensgefährtin an seinem belgischen Wohnsitz unvermittelt vom Stuhl gestoßen beziehungsweise im Schlafzimmer gegen die Wand geschleudert haben. Von all dem haben ein Freund, Frank D., und der Sohn von Rudolph nichts mitbekommen.

Die vermeintlichen Übergriffe Rudolphs spielten auch in SMS von K. an D. keine Rolle. Stattdessen schrieb sie davon, dass sie "COR" fertig machen wolle. Ja selbst Polizisten gegenüber erwähnte K. nicht, dass Rudolph sie misshandelt haben soll. Auch nicht am 6. Mai 2012, als die Auseinandersetzungen in Rudolphs Celler Wohnung ihren Höhepunkt fanden.

K. wollte am frühen Abend mit dem auf sie zugelassenen Mercedes von Rudolph wegfahren, doch der Schauspieler rückte die Schlüssel nicht raus, weil sie betrunken war. Angeblich, so der Vorwurf von K., habe Rudolph sie dabei übers Bett geworfen. Der Streit gipfelte in der Nacht in einem Platzverweis für K. Sie soll die Tür zu Rudolphs Wohnung und die Badezimmertür eingetreten und den Schauspieler getreten und gekratzt haben.

Bettina Wilts, Intendantin des Celler Schlosstheaters, sprang Rudolph in dieser Nacht zu Hilfe, sorgte dafür, dass er aus der Spielstätte des Schlosstheaters in der CD-Kaserne den Autoschlüssel holen konnte, um K.s Laptop aus dem Mercedes zu holen. Ständig habe Rudolph dabei Droh-SMS von K. bekommen. Sie selbst habe später auch ein Mail von K. bekommen. K. sei froh, dass sie Rudolph nun an Wilts abgetreten habe, gab die Intendantin, die seit eineinhalb die Lebensgefährtin von Rudolph ist, den Inhalt wieder. Dass Rudolph K. misshandelt haben könnte, schloss sie aus. "Ich weiß, wie er reagiert, er würde niemals einer Frau etwas tun", so Wilts.