Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Blaulicht Diebischem Mitarbeiter aus Celle droht ein Jahr Haft
Celle Blaulicht Diebischem Mitarbeiter aus Celle droht ein Jahr Haft
18:38 06.03.2015
Celle Stadt

Anfang August war der seinerzeit fest Angestellte wegen Unstimmigkeiten bei der Monatsabrechnung aufgeflogen. Erst nach sechs Monaten Straffreiheit, Zahlung von 150 Euro an ein soziales Hilfsprojekt und Verhandlung eines weiteren angeklagten Deliktes vom Sommer 2014 kann die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

"Ich war fassungslos", schilderte die Pächterin der Tankstation ihre damalige Emotionslage bei der Überprüfung von Bildaufzeichnungen. Zwar sei der Angeklagte "schwierig" gewesen, jedoch habe sie ihm eine Chance geben wollen und ihm voll vertraut. Beim Monatsabschluss für Juli seien ihr ungewöhnlich viele Warenrücknahmen aufgefallen. Während der Sichtung von Videosequenzen habe sie unnachvollziehbare Kassenöffnungen und einen vom Angeklagten neben der Kasse regelmäßig geführten Notizzettel mit aufgelisteten Stornos bemerkt, so die 60-Jährige. Nach Feststellung, dass es sich dabei um gebuchte Scheinrücknahmen handelte, und sie Fehlbeträge um 4000 Euro zu beklagen hatte, habe sie ihm sofort gekündigt und Hausverbot erteilt, sagte die Frau.

Der Heranwachsende legte ein Geständnis ab. "Ich brauche nichts abzustreiten, denn ich habe aus Geldnot und Angst um mein Leben gehandelt", hieß es in seiner Einlassung. Im Frühjahr habe er in Hannover Drogen im Wert von etwa 3000 Euro eingekauft, um sie an Dritte weiterzuveräußern. Da er doch nicht verkaufen wollte, habe er im Mai das Marihuana weggeworfen, sagte der bekennende "Gelegenheitskonsument". Irgendwann hätten plötzlich drei Leute vor ihm gestanden und ihn bedroht. Deshalb habe er dringend 3000 Euro benötigt und Ende Juni seine Drogenschulden beglichen. Die nächste Verhandlung erfolgt Ende April.

Von Anke Prause