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Blaulicht Drei Straftaten: Celler Häftling bleibt länger im Gefängnis
Celle Blaulicht Drei Straftaten: Celler Häftling bleibt länger im Gefängnis
19:23 15.02.2015
Celle Stadt

Wegen mehrerer Straftaten, die der einschlägig Vorbestrafte nach Beweislage im Juli und August begangen hatte, muss er ein Jahr und drei Monate länger "brummen". Wenige Wochen zuvor war er unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung zu 21 Monaten Haft verurteilt worden. Im Hinblick auf zwei von drei neuen Anklagepunkten legte der Vater minderjähriger Kinder über seinen Verteidiger ein Geständnis ab. Bezüglich der dritten Tat, bei der er laut Attest eine 24-Jährige körperlich misshandelt haben soll, äußerte er lediglich, ihr eine Ohrfeige verpasst zu haben.

Gemäß Anklage sind alle Taten innerhalb von drei Wochen verübt worden. Dem ersten Tatvorwurf zufolge hatte sich der Angeklagte Mitte Juli ans Steuer gesetzt und war ohne gültige Fahrerlaubnis mit seiner damaligen Freundin in ein entlegenes Waldstück bei Lachendorf gefahren. Aufgrund vorangegangenen Streits um eine Kurznachricht soll er dann die Zeugin zum Aussteigen aufgefordert und zu Boden gedrückt haben. Ihren Angaben zufolge hatte er sich dann auf Brust und Hals gekniet und ihr dabei die Luft abgedrückt. Nachdem sie aufgestanden sei, habe er sie am Hals gepackt, zugedrückt und sie gegen das Auto gepresst, schilderte die Nebenklägerin. "Du brauchst nicht zu schreien, dich hört sowieso keiner", soll er zu ihr gesagt und sie anschließend gegen die Schläfe geboxt haben. Als sie erneut zu Boden ging, habe er gegen ihre Beine getreten und ihr zwei Finger umgedreht, sagte die sichtlich betroffene Frau aus. Sie leide bis heute unter den Folgen der Übergriffe und habe Angst.

Bei der dritten Tat handelte es sich um ein Betrugsdelikt. Nach Aktenlage und Zeugenaussage hatte der Angeklagte Anfang August auf Anfrage eines Kleinanzeigen-Inserenten die Abholung von dessen frisch im Internet erworbenem Motorrad aus Süddeutschland angeboten und war anschließend mit Bargeld des Käufers durchgebrannt. "Die mitgegebenen tausend Euro waren für die Bezahlung des Motorrades bestimmt, wobei achtzig Euro davon als Aufwandsentschädigung für den Angeklagten gedacht waren", gab der Geschädigte zu Gerichtsprotokoll. Das Motorrad habe er danach "ein zweites Mal" bezahlen und selbst abholen müssen, so der 50-Jährige. Vom veruntreuten Geld habe er bis heute keinen Cent wiedergesehen.

Richter und Staatsanwalt hatten keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen. Für eine Strafaussetzung zur Bewährung gab der Angeklagte dem Gericht keinen Anlass.

Von CZ