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Blaulicht Ein Jahr auf Bewährung für vorbestraften Hartz-IV-Betrüger
Celle Blaulicht Ein Jahr auf Bewährung für vorbestraften Hartz-IV-Betrüger
13:20 05.12.2016
Celle Stadt

Mit einem schonungslosen Geständnis rettete sich der wegen Betruges mehrfach vorbestrafte Roland G. jetzt vor Vollzugsstrafe. „Zwei große Probleme, die ich damals hatte, waren Dummheit und Spielsucht“, gab er zur Niederschrift. Er habe bewusst darauf abgezielt, sich heimlich eine zusätzliche Einnahmequelle zu verschaffen.

Gemäß Angaben eines Sachbearbeiters vom Celler Jobcenter hat ein routinemäßiger Datenabgleich Nebeneinkünfte aus drei nicht angezeigten Arbeitsverhältnissen zu Tage gefördert. Nach Beweislage hatte G. im Tatzeitraum zwischen November 2014 und Oktober 2015 sogar zweimal beinahe nahtlos die Stelle gewechselt, wobei er in einem Fall auf dem Bau und zweimal im Verkauf beschäftigt gewesen war. Trotz des erhöhten Geldbedarfs wegen der Spiel- und Kaufsucht hatte er die Jobs wieder aufgegeben. Parallel dazu hatte der Hafterfahrene rund 6000 Euro zu viel vom Arbeitsamt bezogen.

„Das ist schon ein starkes Stück“, sagte der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung. Seiner Überzeugung nach hatte G. nämlich zuerst eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen und war trotz laufender Bewährungsstrafe sechs Tage später zum Jobcenter marschiert, um erstmalig Leistungen zu beantragen. Auch die derzeitige Tätigkeit des Therapiewilligen soll beim Jobcenter noch nicht aktenkundig sein. „Ich weiß nicht, ob ich die Probezeit bestehe“, gab der 49-Jährige als Begründung ab. Nun muss er den finanziellen Schaden wieder begleichen. Außerdem wurde ihm eine Suchtberatung auferlegt und ein Bewährungshelfer beigeordnet.

Von Anke Prause