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Blaulicht Einbrecher kommt durch Hundeklappe
Celle Blaulicht Einbrecher kommt durch Hundeklappe
12:03 26.04.2013
Celle

Keine Angst vor bissigen Vierbeinern hatte offenbar ein Einbrecher in der Nacht zum 14. August, als er sich kurzentschlossen auf „alle Viere“ begeben, und über eine Hundeklappe unrechtmäßigen Zugang ins Innere eines Privathauses im westlichen Celler Landkreis verschafft hatte. Das brachte ihm jetzt ein Strafverfahren vor dem Jugendschöffengericht des Celler Amtsgerichts ein. Wegen Einbruchs und Diebstahls von 190 Euro Bargeld, eines Zippo-Feuerzeugs und eines Zigaretten-Etuis wurde der 19-Jährige unter Einbeziehung eines weiteren, versuchten Diebstahls mit Waffen zu vier Tagen Kurzarrest in Nienburg verurteilt.

Ein ganzes „Maßnahmenpaket“ aus sechzig zusätzlich angeordneten Arbeitsstunden, sechsmonatiger Teilnahme beim Projekt Ambulante Betreuung und richterlich verfügtem Vorstellungsgespräch in der psycho-sozialen Beratungsstelle wurde für den Wiederholungstäter geschnürt, der angegeben hatte, die Spontan-Taten in gefrustetem und alkoholisiertem Zustand begangen zu haben. Der Angeklagte habe Glück gehabt, dass in besagter Tatnacht der zur Riesen-Hundeklappe gehörende Vierbeiner nicht zu Hause war, kommentierte der Amtsrichter die von ihm als „komplett schwachsinnig“ bezeichneten Taten. Nach dem Einbruch hatte der Schulabbrecher eine flüchtige Bekannte getroffen und nicht sofort erkannt. Nachdem er die Zeugin nach deren Angaben zunächst mit Tomaten beworfen hatte, habe er ihr anschließend die Tat gestanden. Die 26-Jährige hatte das Gesagte auf ihrem Handy mitgeschnitten.

Der Einbruch sei nicht geplant, und das betroffene Haus nur wahlloses Zufallsobjekt gewesen, hieß es vom Geständigen. Während er das gestohlene Geld für „sinnloses“ Essen ausgegeben habe, seien die geklauten Gegenstände an Freunde verschenkt worden. Etwa zwei Wochen später war der gebürtige Celler nachts in einen in Hambühren abgestellten, unverschlossenen Wohnwagen eingedrungen. Anstatt Wertsachen hatte er jedoch nur den aufgebrachten Eigentümer vorgefunden. Im Verlauf einer Verfolgungsjagd mit dem 39-Jährigen hatte der Arbeitslose ein Küchenmesser verloren. Das Tomatenmesser sei nie zum Einsatz gekommen, beteuerte er jetzt vor Gericht. Er habe es nur für Notfälle mit sich geführt. Neben dem Messer war beim Angeklagten auch noch ein mitgeführtes Handbeil sichergestellt worden.

Von Anke Prause