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Blaulicht Einbruchsserie verunsichert Celler
Celle Blaulicht Einbruchsserie verunsichert Celler
21:23 13.03.2015
Von Gunther Meinrenken
In der Kohlmeyerstraße im - Hehlentor ist in den vergangenen Monaten öfter eingebrochen worden. Ariane Schwache - von der Celler Polizei - weist auf besondere - Sicherheitstechnik etwa an Fenstern hin, um sich - besser vor Einbrechern - schützen zu können. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Als Heide R. (Namen geändert) am vergangenen Samstag gegen 21 Uhr zusammen mit ihrem Mann Fritz von einem Verwandtenbesuch nach Hause kam und von der Garage einen Blick auf die Terrassentür warf, kam diese ihr irgendwie komisch vor. „Die Tür stand ein wenig vor. Als wir uns das aus der Nähe betrachteten, bemerkten wir, dass sie aufgebrochen worden war“, berichtet das Paar. Einbrecher waren in ihrer Abwesenheit in ihr Haus eingestiegen und hatten Schmuck und Bargeld mitgenommen.

Der Einbruch bei R. ist bei weitem kein Einzelfall. Das Paar wohnt im Hehlentorgebiet, in dem kleinen Wohnviertel zwischen der Bahn im Norden, der Lüneburger Straße im Süden, der Sprengerstraße im Osten und der Straße Am Wasserturm im Westen. Etwa 300 Einfamilienhäuser stehen hier. Das Viertel wirkt beschaulich und sehr ruhig. Tagsüber ist hier kaum jemand auf der Straße zu sehen.

Und genau das zieht offensichtlich die Täter an. Allein seit Dezember vergangenen Jahres ist es hier zu 13 Einbrüchen gekommen. Im Durchschnitt schlagen Einbrecher also jede Woche einmal zu. Auf diesem kleinen Raum ist das in Celle einmalig. Allein am vergangenen Wochenende kam es zu drei Einbrüchen in der Kohlmeyerstraße, Am Wasserturm und der Holbaekstraße.

„Die Masche ist fast immer dieselbe. Die Täter nähern sich von der Rückseite des Hauses und brechen die Terrassentür auf. Dann durchsuchen sie das ganze Haus nach Wertgegenständen“, erzählt Polizeisprecher Guido Koch. Die Einbrecher hätten es in der Regel auf Geld, Schmuck und kleine Elektrogeräte abgesehen. So war es auch bei R.

„Alle Schubfächer waren herausgezogen, an allen Schränken vom Keller bis in den ersten Stock“, berichtet Fritz R. Im Schlafzimmer sei der Inhalt der Schubladen auf das Bett gekippt worden. Geld, zwei Handtaschen und Schmuck haben die Täter mitgehen lassen. Besonders tragisch für das Ehepaar: Darunter befanden sich beide Eheringe. „Den Fotoapparat und den Tablet-PC, die offen im Wohnzimmer lagen, haben sie nicht gestohlen“, wundern sich die Rentner, bei denen vor vier Jahren schon einmal eingebrochen wurde.

Die Einbrüche sind Gesprächsthema im Hehlentor und jedem gegenwärtig. „Wir haben unsere Fenster und Türen auch schon verstärkt gesichert“, erzählt ein paar Straßen weiter Harald Frosch. Ein Nachbar habe sogar Videokameras angebracht, andere hätten sich ein Lichtprogramm für die Abendstunden angeschafft. Frosch vermutet, dass die Fremden, die öfter einmal durch das Wohngebiet schlendern, hinter den Einbrüchen stehen. Doch das ist nur ein Verdacht.

Immerhin: Die Polizei überwacht den Bereich verstärkt. „Bei mir haben die Beamten einmal geklingelt und mich auf das offene Garagentor und ein auf Kipp stehendes Fenster aufmerksam gemacht“, so ein anderer Bewohner der Kohlmeyerstraße, der sich wie andere auch des Öfteren fragt, „wann wir an der Reihe sind“.

Das Hehlentor ist nicht das einzige Wohngebiet, das bei den Einbrechern hoch im Kurs steht. In Klein Hehlen und Boye gab es zusammen seit Anfang Dezember insgesamt 22 Einbrüche. Heiko Gevers, Ortsbürgermeister von Boye, kennt die Problematik. „Die Bürger sprechen das Thema häufiger an. Es herrscht eine große Unsicherheit“, sagt Gevers. Erst vor 14 Tagen sei „gegenüber“ eingebrochen worden. „Ich rufe die Bürger auf, wachsam zu sein, ein Auge auf die Häuser der Nachbarn zu haben“, so der Ortsbürgermeister, der auch dazu rät, sich in Sicherheitsfragen von der Polizei beraten zu lassen.

Auch Heide und Fritz R. hatten nach dem ersten Einbruch vor vier Jahren die Fenster und Türen besonders gesichert. „Man kann sicherlich noch mehr machen, aber wir wollen auch keinen Hochsicherheitstrakt. Hauptsache es sitzt keiner auf dem Sofa, wenn wir nach Hause kommen“, sagt Heide R. mit Galgenhumor.