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Blaulicht Eisermann-Prozess: Rätsel um
Celle Blaulicht Eisermann-Prozess: Rätsel um
16:10 27.09.2013
Von Michael Ende
Celle Stadt

Der Angeklagte soll, so sein Opfer Eisermann, ihm gedroht haben, ihn „dreiviertel tot“ zu schlagen. Für den Strafrechtler steckt in einer solchen Äußerung bei entsprechenden Handlungen der konkrete Vorsatz, jemanden töten zu wollen. Bei den schweren Verletzungen, die Eisermann davon trug, wäre das ein versuchter Totschlag. Die Behauptung der Verteidigung, es handele sich um eine nicht ernst zu nehmenden Redewendung , könnte vom Gericht als reine Schutzbehauptung gewertet werden.

Verteidiger Albrecht-Paul Wegener erhoffte sich von den Aussagen der Schwestern, einen Beweis dafür, dass es sich bei der Äußerung des Angeklagten nur um eine floskelhafte verwendete Redewendung handelte, die nicht wörtlich gemeint war. „Ja, unser Vater hat das immer so dahin gesagt“, berichtete die Schwester: "Wenn einer von euch die Schule schwänzt , schlage ich den dreiviertel tot." Auf alle weiteren Fragen der Kammer verhaspelte sich die Schwester jedoch derart, dass die Kammer mehrfach auf die Strafbarkeit einer Falschaussage hinwies und die Befragung abbrach. Die zweite Schwester machte sofort von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Daher bleibt auch diese Frage in dem verworrenen Geschehen vom Juli 2011 ungeklärt. (aja)