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Blaulicht Erpressung in Bergen? Plädoyers Anfang Juni erwartet
Celle Blaulicht Erpressung in Bergen? Plädoyers Anfang Juni erwartet
15:04 30.05.2014
Bergen Stadt

Während die Angeklagten nur von zwei harmlosen Ohrfeigen sprechen, beschreibt das Opfer massive Gewalteinwirkungen und die Bedrohung mit einem Messer. „Ich ging nach zwei Faustschlägen zu Boden und wurde dann mehrmals getreten“, berichtet der 28-Jährige, der seine Schulzeit in Bergen verbrachte und heute in Holzminden lebt. Wie oft und wohin er getreten wurde, kann er nicht mehr sagen. „In den Bauch“, sagt eine der beiden jungen Frauen, die geschätzt eine halbe Minute Zeit hatte, die Situation einzuordnen, bevor sie von ihrer Freundin wieder in den Hausflur zurückgezogen wurde. Für Opfer und Angeklagte handelt es sich immer noch um eine „Privatsache“, zu der sich einer der Angeklagten mit dem Opfer in Bergen verabredet hatte, obwohl er zu dem Zeitpunkt auf Sylt war, weil zwei weitere Angeklagte Schulden eintreiben wollten und der dritte nur zufällig hineingezogen worden sei.

„Es könnte um Drogengeschäfte gegangen sein“, berichtet eine weitere Zeugin, die das Opfer von Holzminden nach Bergen begleitet hatte. Genaueres weiß sie nicht. Für die Staatsanwaltschaft ist das Verhalten der Angeklagten eindeutig keine Privatsache, sondern ein geplanter Hinterhalt, um dem Opfer Geld abzupressen, das dieser einem der Angeklagten angeblich schuldete.

Ob sich dieser Vorwurf in der Beweisaufnahme vor Gericht aufrecht erhalten lässt, oder ob die Kammer das Geschehen als gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung einordnet, wozu es schon entsprechende rechtliche Hinweise gab, soll sich bis Anfang Juni geklärt haben. Dann nämlich erwartet die Kammer die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Von CZ