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Blaulicht Fall der 18-Jährigen aus Hambühren: Landkreis legt Beschwerde ein
Celle Blaulicht Fall der 18-Jährigen aus Hambühren: Landkreis legt Beschwerde ein
17:39 13.12.2016
Von Christopher Menge
Quelle: Alexander Hänjes
Celle Stadt

Nachdem die Staatsanwaltschaft im Mai Anklage erhoben hatte, hatte das Amtsgericht ein psychologisches Gutachten beauftragt. Zu dessen Ergebnis äußerte sich der Direktor des Amtsgerichts Celle, Dieter-Philipp Klass, auf CZ-Anfrage aus rechtlichen Gründen nicht. Da in dem nicht-öffentlichen Jugendverfahren aber ein Urteil gesprochen wurde, muss der Gutachter der 18-jährigen Hambührenerin die volle Schuldfähigkeit bescheinigt haben.

Schlechte Karten dürfte daher der Landkreis Celle haben, der gegen die Zurückweisung des Eilantrags zur Einweisung der jungen Frau in eine Psychiatrie nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) Beschwerde beim Amtsgericht Celle eingelegt hat. „Aus unserer Sicht geht nach wie vor eine gegenwärtige Gefahr von der Frau aus – für sich und für Dritte“, sagte Kreisrat Bernd Niebuhr zur Begründung. Das PsychKG ermöglicht es, psychisch kranke Menschen im Falle akuter Selbst- oder Fremdgefährdung gegen ihren Willen in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus unterzubringen.

Am Donnerstag war die 18-Jährige in fünf Fällen von Kennzeichen-Diebstählen, in fünf Fällen von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und in einem Fall von Sachbeschädigung verurteilt worden. In einem weiteren angeklagten Fall wurde sie vom Vorwurf der Sachbeschädigung frei gesprochen. Ihr Rechtsanwalt Martin Fricke wollte sich gestern gegenüber der CZ nicht zum Urteil äußern. In der „Bild“-Zeitung wird er mit der Aussage „Aus ihrer Sicht waren es Mädchenstreiche. Die haben eine Eigendynamik entwickelt“ zitiert.

Die Staatsanwaltschaft Celle ermittelt darüberhinaus in 105 Fällen von Diebstählen, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen sowie wegen des Vortäuschens einer Straftat. Die 18-Jährige hatte zuletzt mit einer selbstinszenierten Entführung bundesweit für Aufsehen gesorgt. Gegenüber der Polizei räumte sie später ein, dass sie sich selbst gefesselt hatte. „Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, werden wir über die Anklageerhebung entscheiden“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen.